Kategorie-Archiv: ISLAMISCHE WISSEN

Die Warnung vor dem Erteilen eines islamischen Rechtsgutachtens ohne Wissen

Dank gebührt Allâh, dem Erhabenen. Möge Allâh uns vor dem Begehen von Sünden beschützen. Derjenige, der von Gott rechtgeleitet wurde, wird nicht in die Irre gehen und derjenige, der von Gott in die Irre geleitet wurde, wird keine Rechtleitung finden. Ich bezeuge, dass es keinen Gott außer Allâh gibt, dem Einzigen, Der keinen Teilhaber hat und Dem nichts und niemand gleicht. Derjenige, Der keine Gestalt, keine Form und keine Glieder hat. Derjenige, Der kein Körper ist und keine Maße hat. Derjenige, Der ohne Ort existiert. Und ich bezeuge, dass unser geehrter, geliebter und großartiger Prophet Muhammad Diener und Gesandter Gottes ist. As-Salâtu was-Salâmu für dich, o Gesandter von Allâh, und für alle anderen Propheten.

Sodann, Diener Gottes, ich ermahne euch und mich zur Rechtschaffenheit. Seid rechtschaffen. Verrichtet die Pflichten, unterlasst die Sünden und haltet an den Lehren des Propheten Muhammad ﷺ fest.

Verehrte Brüder, wisst, dass der Diener Gottes am Tag des Jüngsten Gerichts für sein Sprechen, Hören, Sehen und für sein Herz zur Rechenschaft gezogen werden wird. Auch wird er über seine Erteilung von Rechtsgutachten – indem er sagte: „Jenes ist erlaubt und jenes nicht.“ – gefragt werden. Allâh sagt in der Sûrah al-‘Isrâ‘, Âyah 36:

﴿وَلَا تَقفُ مَا لَيسَ لَكَ بِهِۦ عِلمٌ إِنَّ ٱلسَّمعَ وَٱلبَصَرَ وَٱلفُؤَادَ كُلُّ أُوْلَٰئِكَ كَانَ عَنهُ مَس‍ُولا ٣٦﴾

Die Bedeutung lautet: Und spreche nicht über das, worüber du kein Wissen hast. Gewiss, das Hören, das Sehen und das Herz, für all dies wird der Mensch zur Rechenschaft gezogen werden.

Aus dieser Âyah geht somit die Aufforderung hervor, keine Aussage zu treffen, ohne über das Wissen darüber zu verfügen. Ein islamisches Rechtsgutachten ohne Wissen zu erteilen, gehört zu den großen Sünden. Der Hâfidh Ibn ^Asâkir überlieferte, dass der Gesandte Gottes ﷺ sagte:

مَن أَفْتَى بِغَيْرِ عِلْمٍ لَعَنَتْهُ ملائكَةُ السَّمَاءِ والأَرْضِ اهـ

Die Bedeutung lautet: Wer ein islamisches Rechtsgutachten ohne Wissen erteilt, den verfluchen die Engel der Himmel und der Erde.

Wenn dem so ist, verehrte Brüder, was bedeutet dann das ‚Erteilen eines Rechtsgutachtens mit Wissen‘? Hört, verehrte Brüder: Gewiss, derjenige, der ein islamisches Rechtsgutachten erteilt, ist entweder ein Mudjtahid oder einer, der diesen in seinen erteilten Rechtsgutachten nachahmt oder einer, der sich traut, ohne Wissen eines zu erteilen. Der Mudjtahid ist derjenige, der basierend auf gewisse Eigenschaften, die er hat, und Voraussetzungen, die er erfüllt, die Erlaubnis hat, ein islamisches Rechtsgutachten zu erteilen. Diese Voraussetzungen wiederum weisen die meisten Menschen der heutigen Zeit nicht auf. Imâm asch-Schâfi^iyy, möge Allâh ihm gnädig sein, sagte: Zu den Eigenschaften des Mudjtahid gehören die Kenntnis über die Angelegenheiten, die vor ihm waren, wie die Sunan, Aussagen der Salaf, die Angelegenheiten, worüber eine Übereinstimmung unter den Muslimen herrschte und jene, worin sie sich uneinig waren, um nicht etwas zu sagen, was der Übereinstimmung widerspricht. Weiterhin muss er die arabische Sprache beherrschen und die Bedeutungen der islamischen Rechtstexte, gemäß der Sprache der Araber, wissen.

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Die Aufforderung zum Erlernen der Religionslehre und die Darlegung des individuellen Pflichtwissens

Dank gebührt Allâh, dem Erhabenen. Möge Allâh uns vor dem Begehen von Sünden beschützen. Derjenige, der von Gott rechtgeleitet wurde, wird nicht in die Irre gehen und derjenige, der von Gott in die Irre geleitet wurde, wird keine Rechtleitung finden. Ich bezeuge, dass es keinen Gott außer Allâh gibt, dem Einzigen, Der keinen Teilhaber hat und Dem nichts und niemand gleicht. Derjenige, Der keine Gestalt, keine Form und keine Glieder hat. Derjenige, Der kein Körper ist und keine Maße hat. Derjenige, Der ohne Ort existiert. Und ich bezeuge, dass unser geehrter, geliebter und großartiger Prophet Muhammad Diener und Gesandter Gottes ist. As-Salâtu und as-Salâmu für dich, o Gesandter von Allâh, und alle anderen Propheten.

Sodann, Diener Gottes, ich ermahne euch und mich zur Rechtschaffenheit. Allâhu Ta^âlâ sagt in der Sûrah al-Haschar, Âyah 18 :

﴿يَا أَيُّهَا الَّذِينَ ءامَنُوا اتَّقُوا اللَّهَ وَلْتَنْظُرْ نَفْسٌ مَا قَدَّمَتْ لِغَدٍ وَاتَّقُوا اللَّهَ إِنَّ اللَّهَ خَبِيرٌ بِمَا تَعْمَلُونَ 18﴾

Die Bedeutung lautet: O ihr Gläubigen, seid rechtschaffen, indem ihr die Pflichten, die Gott euch auferlegte, nicht unterlasst; und der Diener Gottes soll überlegen, was er für den Tag des Jüngsten Gerichts vorbereitet hat. Seid rechtschaffen, indem ihr die Sünden unterlasst; gewiss, Allâh ist wissend über eure Taten.

Diener Gottes, seid Gottesfürchtig, fürchtet Allâh, den Allwissenden und Allmächtigen, und haltet am Qur´ân fest. Allâhu Ta^âlâ sagt in der Sûrah al-Mudjâdilah, Âyah 11:

﴿يرْفَعِ اللهُ الَّذِينَ ءامَنُوا مِنْكُمْ وَالَّذِينَ أُوتُوا الْعِلْمَ دَرَجَاتٍ وَاللهُ بِمَا تَعْمَلُونَ خَبِيرٌ﴾

Die Bedeutung lautet: Allâh erhöht den Rang derjenigen Gläubigen unter euch, die sich das islamische Wissen angeeignet haben. Allâh ist wissend über eure Taten.

Brüder im Islam, Allâh hat den praktizierenden Gelehrten hohe Ränge gegeben und dies aufgrund der Besonderheit der Religionslehre, denn sie ist das Leben des Islam. Die islamische Religionslehre teilt sich in zwei Sparten auf: Die eine Sparte enthält den Teil der Religionslehre, den jeder einzelne Verantwortliche lernen muss, während es für die andere Sparte ausreicht, wenn ein Teil der Verantwortlichen diesen lernt. Die zweite Sparte ist das kollektive Pflichtwissen der islamischen Religionslehre; es ist unbedingt notwendig, dass ausreichend Muslime dieses Wissen gelernt haben. Was die erste Sparte betrifft, so ist sie das individuelle Pflichtwissen der islamischen Religionslehre und das, was der Gesandte Gottes meinte, als er ﷺ sagte:

طلب العلم فريضة على كل مسلم

Die Bedeutung lautet: Das Aneignen des individuellen Pflichtwissens der islamischen Religionslehre ist eine Pflicht für jeden Muslim und jede Muslimin. Der Hadîth wurde von al-Bayhaqiyy überliefert und von al-Hâfidh al-Mazziyy als Hasan eingestuft.

Auch dieser Teil lässt sich in weitere Teile unterteilen; dazu gehört der obligatorische Teil der islamischen Glaubenslehre, d. h. die Glaubensangelegenheiten, deren Kenntnis für jeden Verantwortlichen Pflicht ist. Zu diesen Glaubensangelegenheiten gehört der Glaube an die Erhabenheit Gottes über Körper, Abbild, Farbe, Richtung, Ort und alle anderen Eigenschaften der Geschöpfe. Hierzu gehört auch der Glaube an die Propheten, nämlich, dass Allâh sie sandte, um den Menschen das zu lehren, wodurch sie das Glück auf der Welt und die Glückseligkeit im Jenseits erlangen. Allâh ließ sie Wunder vollbringen, um ihre Gesandtschaft zu beweisen und schützte sie vor Unglauben, großen Sünden und allen erniedrigenden Taten.

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Das Wunder

Dank gebührt Allâh, dem Erhabenen. Wir preisen Ihn, bitten Ihn um Unterstützung, Rechtleitung und Vergebung. Möge Allâh uns vor dem Begehen von Sünden beschützen. Derjenige, der von Gott rechtgeleitet wurde, wird nicht in die Irre gehen und derjenige, der von Gott in die Irre geleitet wurde, wird keine Rechtleitung finden. Ich bezeuge, dass es keinen Gott außer Allâh gibt, dem Einzigen, Der keinen Teilhaber hat und Dem nichts und niemand gleicht. Und ich bezeuge, dass unser geehrter, geliebter und großartiger Prophet Muhammad Diener und Gesandter Gottes ist. Er überbrachte die Botschaft und ermahnte die Gemeinschaft, möge Allâh ihn mehr als alle anderen Propheten belohnen. O Allâh, gebe dem Propheten Muhammad und seinen Âl einen höheren Rang, so wie Du dem Propheten Ibrâhîm und seinen Âl einen hohen Rang gegeben hast. Und gebe dem Propheten Muhammad und seinen Âl Segen, so wie Du dem Propheten Ibrâhîm und seinen Âl Segen gegeben hast. Du bist Derjenige, Der mit vollkommener Macht und Gnade beschrieben wird und Derjenige, Der das Recht hat, gepriesen zu werden.

Sodann, Diener Gottes, ich fordere euch und mich zur Rechtschaffenheit auf und zur Furcht vor Allâh, dem Erhabenen und Allmächtigen.

Allâh, der Erhabene, sagte in der Sûrah Ghâfir, Âyât 49-50:

﴿وَقَالَ ٱلَّذِينَ فِي ٱلنَّارِ لِخَزَنَةِ جَهَنَّمَ ٱدعُواْ رَبَّكُم يُخَفِّف عَنَّا يَوما مِّنَ ٱلعَذَابِ ٤٩ قَالُواْ أَوَ لَم تَكُ تَأتِيكُم رُسُلُكُم بِٱلبَيِّنَٰتِ قَالُواْ بَلَىٰ قَالُواْ فَٱدعُواْ وَمَا دُعَٰؤُاْ ٱلكَٰفِرِينَ إِلَّا فِي ضَلَٰلٍ ٥٠﴾

Die Bedeutung lautet: Und diejenigen, die in der Hölle sind, werden zu den Engeln, den Wächtern der Djahannam, sagen: Bittet euren Herrn, dass Er uns einen Tag von der Strafe erlässt. Sie (die Wächter) werden sagen: Kamen nicht eure Gesandten mit klaren Beweisen (Wundern) zu euch? Jene werden sagen: Doch. So werden die Wächter erwidern: So fahret fort, zu bitten. Doch das Bitten der Ungläubigen ist völlig umsonst.

Allâh, der Erhabene, unterstützte jeden Propheten mit eindeutigen Beweisen und Wundern, die auf seine Gesandtschaft und Botschaft hinweisen und seine Wahrhaftigkeit bezeugen.

Das Wunder ist ein Zeichen und ein Beweis für die Wahrhaftigkeit der Propheten und jeder Prophet vollbrachte Wunder. Das Wunder ist etwas Außergewöhnliches und steht in Einklang mit der Botschaft des Propheten. Man kann es nicht mit Gleichem begegnen und es ist als Herausforderung geeignet. Niemand, außer einem Propheten, kann ein Wunder hervorbringen. Etwas, das nicht im Einklang mit dem Prophetentum steht, wird nicht als Wunder bezeichnet, wie z. B. das, was mit Musaylamah, dem Lügner, der behauptete, ein Prophet zu sein, geschah. Er führte seine Hand über das Gesicht und das Auge eines blinden Mannes, woraufhin der Mann auch sein anderes Auge verlor, das gesund war. Das, was ihm geschah, steht in Widerspruch zu seinem Aufruf und weist auf seine Lüge hin.

Das Wunder ähnelt nicht der Zauberei, da man der Zauberei mit Gleichem entgegenwirken kann und einem Zauber einen anderen Zauber entgegenbringen kann.

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Die Aufforderung zum Verrichten des Gebetes und des Gemeinschaftsgebetes

Dank gebührt Allâh, dem Erhabenen. Möge Allâh uns vor dem Begehen von Sünden beschützen. Derjenige, der von Gott rechtgeleitet wurde, wird nicht in die Irre gehen und derjenige, der von Gott in die Irre geleitet wurde, wird keine Rechtleitung finden. Ich bezeuge, dass es keinen Gott außer Allâh gibt, dem Einzigen, Der keinen Teilhaber hat und Dem nichts und niemand gleicht. Derjenige, Der keine Gestalt, keine Form und keine Glieder hat. Derjenige, Der kein Körper ist und keine Maße hat. Derjenige, Der ohne Ort existiert. Und ich bezeuge, dass unser geehrter, geliebter und großartiger Prophet Muhammad, Diener und Gesandter Gottes ist. As-Salâtu und as-Salâmu für dich, o Gesandter von Allâh, und alle anderen Propheten.

Sodann, Diener Gottes, ich ermahne euch und mich zur Rechtschaffenheit.

Allâhu Ta^âla sagt in der Sûrah Tâhâ, Âyah 132

﴿وَأمُر أَهلَكَ بِٱلصَّلَوٰةِ وَٱصطَبِر عَلَيهَا لَا نَس‍َلُكَ رِزقا نَّحنُ نَرزُقُكَ وَٱلعَٰقِبَةُ لِلتَّقوَىٰ ١٣٢﴾

Die Bedeutung lautet: Fordere deine Angehörigen zum Gebet auf und bleibe selbst darin standhaft. Gott fordert dich nicht auf, dich selbst und deine Angehörigen zu versorgen; Gott versorgt dich und deine Angehörigen. Die Rechtschaffenen werden ein gutes Ende erfahren.

Brüder im Islam, unsere heutige Freitagsansprache handelt über das Gebet, welches Allâh zu einem der höchsten Gebote des Islam bestimmt hat. Als der Gesandte Gottes die fünf höchsten Gebote des Islam aufzählte, begann er mit dem Bezeugen, dass es keinen Gott außer Allâh gibt und dass Muhammad der Gesandte Gottes ist und zählte danach das Verrichten der Pflichtgebete auf. Somit kam das Verrichten des Gebetes als höchstes Gebot nach dem Glaubensbekenntnis.

Imâm an-Nasâ´iyy überlieferte im Werk as-Sunan al-Kubrâ, dass der Gesandte Gottes ﷺ sagte:

رَأْسُ الأَمْرِ الإِسلامُ وعَمُودُهُ الصَّلاةُ اهـ

Die Bedeutung lautet: Die beste Tat ist der Islam und die zweitbeste Tat ist das Verrichten der fünf Pflichtgebete.

Das Verrichten der Gebete gehört zu den größten Zeichen und Symbolen des Islam und es gehört zu den höchsten Pflichten im Islam; dafür erhält man viel Belohnung; es beinhaltet Ergebenheit und Demut, Bittgebete, Lob und Verehrung; darin empfindet man Ehrfurcht für Allâh, den Erhabenen.

Das Verrichten der Gebete ist eine gute Tat, die das Herz erleuchtet und der Grund, dass die Person aus dem Sumpf der Sünden in das Licht der Rechtschaffenheit geleitet wird. Im edlen Qur´ân wurde zum Verrichten der Pflichtgebete befohlen, wie in der Âyah 238 der Sûrah al-Baqarah:

﴿حَٰفِظُواْ عَلَى ٱلصَّلَوَٰتِ وَٱلصَّلَوٰةِ ٱلوُسطَىٰ وَقُومُواْ لِلَّهِ قَٰنِتِينَ ٢٣٨﴾

Die Bedeutung lautet: Haltet das Verrichten der Gebete ein und das mittlere Gebet (Salâtu l-^Asr) und betet in Gehorsam und Demut.

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