Warum wir die Geburt des Propheten Muhammad ﷺ feiern

Allâhu Ta^âlâ sagt in den Âyât 70 und 71 der Sûrah al-´Ahzâb:

﴿ يَٰٓأَيُّهَا ٱلَّذِينَ ءَامَنُواْ ٱتَّقُواْ ٱللَّهَ وَقُولُواْ قَوۡلا سَدِيدا ٧٠ يُصۡلِحۡ لَكُمۡ أَعۡمَٰلَكُمۡ وَيَغۡفِرۡ لَكُمۡ ذُنُوبَكُمۡۗ وَمَن يُطِعِ ٱللَّهَ وَرَسُولَهُۥ فَقَدۡ فَازَ فَوۡزًا عَظِيمًا ٧١

Die Bedeutung lautet: O ihr Gläubigen, seid Allâh gegenüber gehorsam und sprecht die Wahrheit, dann wird Er euch erfolgreich die guten Taten verrichten lassen und euch eure Sünden vergeben; und wer Allâh und Seinem Gesandten gegenüber gehorsam ist, wird eine großartige Belohnung erhalten.

Brüder im Islam, würden wir jahrelang die Feder führen, um unserer Liebe zum Propheten Muhammad gebührend Ausdruck zu verleihen, so wären wir dazu dennoch außerstande.

O Gesandter Gottes, o bestes Geschöpf, o ranghöchster Prophet. Du sagtest:

“لِكُلِّ نَبِيٍّ دَعْوَةٌ مُسْتَجَابَةٌ فَتَعَجَّلَ كُلُّ نبِيٍّ دَعْوَتَه”

Die Bedeutung lautet: Jeder Prophet hat ein – besonderes – Bittgebet, das in Erfüllung geht und jeder Prophet hat es bereits gesprochen. Überliefert von Imâm Muslim.

Jedoch hast du – wie du uns mitteiltest – deines als Fürbitte am Tag des Jüngsten Gerichts aufgehoben – aus Gnade zu den Gläubigen. Wahrlich, du bist so, wie dich Allâhu Ta^âlâ in der Sûrah at-Tawbah, Âyah 128 beschrieb:

﴿بِٱلۡمُؤۡمِنِينَ رَءُوف رَّحِيم ١٢٨

Die Bedeutung lautet: Der Prophet Muhammad ist sehr gütig und gnädig zu den Gläubigen.

Die Übereinstimmung, die gute Neuerung und die Feier anlässlich der Geburt des Propheten Muhammad ﷺ

Allâh, der Erhabene, sagt im edlen Qur´ân in Sûratu n-Nisâ‘, Âyah 115:

﴿وَمَن يُشَاقِقِ ٱلرَّسُولَ مِنۢ بَعۡدِ مَا تَبَيَّنَ لَهُ ٱلۡهُدَىٰ وَيَتَّبِعۡ غَيۡرَ سَبِيلِ ٱلۡمُؤۡمِنِينَ نُوَلِّهِۦ مَا تَوَلَّىٰ وَنُصۡلِهِۦ جَهَنَّمَۖ وَسَآءَتۡ مَصِيرًا ١١٥

Diese Âyah ist ein Beweis dafür, dass derjenige, der die Rettung und die Glückseligkeit erlangen will, den Weg der Gläubigen gehen und den Konsens der Muslime befolgen muss. Zudem ist die erwähnte Âyah ein Beweis für die Verdorbenheit derjenigen, die dem Konsens der Muslime widersprechen.

Der Gefährte des Propheten Muhammad ﷺ, ^Abdu l-Lâh Ibn Mas^ûd, sagte:

ما رآه المسلمون حسناً فهو عند الله حسن وما رآه المسلمون قبيحاً فهو عند الله قبيح.

Die Bedeutung lautet: Wenn die Gelehrten eine Angelegenheit befürworten und sich darüber einig sind, so wird diese in der islamischen Religion akzeptiert; und wenn die Gelehrten etwas übereinstimmend nicht gutheißen, so wird dies in der islamischen Religion nicht akzeptiert. 

Zu den empfohlenen Neuerungen, die die islamische Gemeinschaft gutheißt und über deren Legitimität Übereinstimmung unter den Muslimen herrscht, gehört die Feier anlässlich der Geburt des Propheten Muhammad ﷺ. Sie zählt zu den guten Taten und der Muslim, der diese Tat verrichtet, wird Belohnung dafür erhalten, da er diesen Anlass aus Liebe zum Propheten feiert und dabei Glück und Freude über dessen edle Geburt empfindet. Auch wenn diese Neuerung nach dem Tod des Gesandten Gottes ﷺ eingeführt wurde, so ist sie eine gute Neuerung (Bid^ah Hasanah) und über ihre Erlaubnis gibt es keine Meinungsverschiedenheit in der Gemeinschaft des Propheten ﷺ. …

Die Propheten und die Gesandten Gottes

Allâhu Ta^âlâ sagt in der Sûrah an-Nahl, Âyah 18:

﴿وَإِن تَعُدُّواْ نِعمَةَ ٱللَّهِ لَا تُحصُوهَا إِنَّ ٱللَّهَ لَغَفُور رَّحِيم ١٨﴾

Die Bedeutung lautet: Und wenn ihr die Gaben Gottes aufzählen wolltet, so werdet ihr es nicht schaffen sie aufzuzählen. Wahrlich, Allâh ist vergebend und gnädig.

Allâh, der Erhabene, bescherte dem Menschen so viele Gaben, dass der Mensch nicht in der Lage ist sie aufzuzählen. Allâh gab dem Menschen die beste Schöpfungsform, ließ ihn aufrecht gehen und in bester Gestalt sein. Zudem zeichnete Allâh den Menschen aus, indem Er ihm einen Verstand gab, womit der Mensch die Kenntnis über seinen Schöpfer erlangen und den Glauben annehmen kann, dass Allâh ihn und alle anderen Geschöpfe erschaffen hat. Damit kann er auch den Glauben daran annehmen, dass Allâh der einzige Gott ist und keinen Schöpfer hat, dass die Existenz von Allâh keinen Anfang und kein Ende hat und dass zu den Eigenschaften von Allâh das Leben, die Allmacht, das alles umfassende Wissen, der Wille, das Hören, das Sehen, das Sprechen und die Unvergleichbarkeit gehört. Mit dem Verstand vernimmt der Mensch auch die von Allâh auferlegten Gesetze und weiß sich, diesen zu fügen und Gott gegenüber vollkommen dankbar zu sein.

Allâh ließ den Menschen auf der Welt, dem Ort der Verführungen, leben und belastete ihn mit einem Teufel, der ihn ständig begleitet und versucht, ihn – mit all seinen Fähigkeiten – von der Rechtschaffenheit abzubringen und ihn in Verbotenem zu versenken, bis er ihn letztlich in den Unglauben führt.

Der Nachbar

Brüder im Islam, in dieser Âyah befahl Allâh Seinen Dienern, einzig und allein Ihn anzubeten und Ihm keinen Teilhaber beizugesellen. In dieser Âyah steckt auch der Befehl zum guten Behandeln der Eltern und Verwandten, zum guten Umgang mit den Waisenkindern und zur Unterstützung der Bedürftigen und der Reisenden, die zur Weiterreise nichts mehr zur Verfügung haben.

In dieser Âyah wird auch zum guten Behandeln des Nachbarn aufgefordert. Ein Teil der oben erwähnten Âyah bedeutet: „Den Nachbarn, der nah ist und den Nachbarn, der fern ist“, d. h. der Nachbar, der nah von dir ist und der Nachbar, der fern von deinem Haus ist; oder der Nachbar, der mit dir verwandt ist und der Nachbar, der fremd ist.

Der Gesandte Gottes ﷺ forderte auf, den Nachbarn gut zu behandeln. Imâm al-Bukhâriyy überlieferte, dass der Gesandte Gottes ﷺ sagte:

مَنْ كَانَ يُؤْمِنُ باللهِ واليَومِ الآخِرِ فَلْيُكْرِمْ جَارَهُ

Die Bedeutung lautet: Wer an Allâh und an den Tag des Jüngsten Gerichts glaubt, sollte seinen Nachbarn gut behandeln.