Die sichtbaren und nicht sichtbaren Gaben Gottes

Allâhu Ta^âlâ sagt in der Sûrah an-Nahl, Âyah 18:

﴿وَإِن تَعُدُّواْ نِعمَةَ ٱللَّهِ لَا تُحصُوهَا إِنَّ ٱللَّهَ لَغَفُور رَّحِيم﴾

Die Bedeutung lautet: Allâh bescherte euch so viele Gaben, dass ihr sie nicht zählen könnt. Gewiss, Allâh vergibt und ist gnädig.

Verehrte Brüder, so lasst uns Allâh für die Gaben, die Er uns bescherte und deren Anzahl niemand außer Allâh weiß, danken. Diener Gottes, diese Gaben sind zweierlei Art, so, wie es aus dem Qur’ân hervorgeht. Allâh sagt in der Sûrah Luqmân, Âyah 20:

﴿وَأَسبَغَ عَلَيكُم نِعَمَهُۥ ظَٰهِرَة وَبَاطِنَة﴾

Die Bedeutung lautet: Und Er (Allâh) bescherte euch sichtbare und nicht sichtbare Gaben.

Der Neid – eine Krankheit des Herzens -

Allâhu Ta^âlâ sagt in der Sûrah al-Haschr, Âyah 18:

﴿يَا أَيُّهَا الَّذِينَ ءامَنُوا اتَّقُوا اللَّهَ وَلْتَنْظُرْ نَفْسٌ مَا قَدَّمَتْ لِغَدٍ وَاتَّقُوا اللَّهَ إِنَّ اللَّهَ خَبِيرٌ بِمَا تَعْمَلُونَ 18

Die Bedeutung lautet: O ihr Gläubigen, seid rechtschaffen, indem ihr die Pflichten, die Gott euch auferlegte, nicht unterlasst; und der Diener Gottes soll überlegen, was er für den Tag des Jüngsten Gerichts vorbereitet hat. Seid rechtschaffen, indem ihr die Sünden unterlasst; gewiss Allâh ist wissend über eure Taten.

Brüder im Islam, Allâhu Ta^âlâ befahl uns in dieser Âyah die Rechtschaffenheit und befahl uns, uns selbst zur Rechenschaft zu ziehen, indem jeder von uns darauf achtet, was er für den Tag des Jüngsten Gerichts vorbereitet hat. Wer Gutes verrichtet hat, sollte Allâh dafür danken und standhaft darin bleiben; und wer Schlechtes ausgeführt hat, hat dies zu bereuen, sollte Allâh um Vergebung bitten und hat sein Herz zu heilen, denn am Tag des Jüngsten Gerichts nutzen das Vermögen und das Kind nicht, außer demjenigen, in dessen Herz sich kein Unglaube befindet. Die Heilung des Herzens liegt darin, dass es von allen schlechten Eigenschaften, die den Menschen in die Verderbnis führen, frei gehalten wird. Zu den Krankheiten des Herzens gehört der Neid. Der verbotene Neid bedeutet, dass man es hasst, dass ein Muslim Gaben erhalten hat, ihm diese Gaben zu missgönnen und entsprechend diesem Empfinden zu handeln.

Bruder im Islam, solltest du bemerken, dass du es für einen Muslim gehasst hast, dass er eine Gabe erhalten hat und du ihm diese missgönnt hast und im Herzen den Entschluss gefasst hast, darauf hinzuarbeiten, dass er diese Gabe verliert oder etwas gesagt oder getan hast, damit er sie verliert, dann wisse, dass du damit gesündigt hast.

Allâh ist gütig zu Seinen Dienern und ist zu nichts verpflichtet

Allâhu Ta^âlâ sagt in der Sûrah al-Anbiyâ´, Âyah 23:

﴿لَا يُس‍َلُ عَمَّا يَفعَلُ وَهُم يُس‍َلُونَ ٢٣﴾

Die Bedeutung lautet: Allâh wird für Seine Bestimmung nicht zur Rechenschaft gezogen, jedoch werden die – verantwortliche – Geschöpfe für ihr Handeln zur Rechenschaft gezogen.

Muslim überlieferte, dass Abû Hurayrah den folgenden Hadîth erzählte:

قَارِبُوا وَسَدِّدُوا وَاعْلَمُوا أَنَّهُ لَنْ يَنْجُوَ أَحَدٌ مِنْكُمْ بِعَمَلِهِ. قَالُوا وَلَا أَنْتَ يَا رَسُولَ اللهِ قالَ وَلَا أَنَا إِلَّا أَنْ يَتَغَمَّدَنِيَ اللهُ بِرَحْمَةٍ مِنْهُ وَفَضْلٍ

Der Hadîth bedeutet: Allâh ist nicht verpflichtet, die Gehorsamen und auch nicht den Propheten selbst vor der Qual zu verschonen, sondern Er macht es, weil Er gnädig und gütig zu ihnen ist.

Die Übereinstimmung, die gute Neuerung und die Feier anlässlich der Geburt des Propheten Muhammad ﷺ

Der Gefährte des Propheten Muhammad ﷺ, ^Abdu l-Lâh Ibn Mas^ûd, sagte:

مَا رَءَاهُ المسلِمونَ حسنًا فهُوَ عِنْدَ اللهِ حَسَنٌ، وما رءاهُ المسلِمُونَ قبيحًا فَهُوَ عِنْدَ اللهِ قَبِيح

Die Bedeutung lautet: Wenn die Gelehrten eine Angelegenheit befürworten und sich darüber einig sind, so wird diese in der islamischen Religion akzeptiert; und wenn die Gelehrten etwas übereinstimmend nicht gutheißen, so wird dies in der islamischen Religion nicht akzeptiert.

Zu den empfohlenen Neuerungen, die die islamische Gemeinschaft gutheißt und über deren Legitimität Übereinstimmung unter den Muslimen herrscht, gehört die Feier anlässlich der Geburt des Propheten Muhammad ﷺ. Sie zählt zu den guten Taten und der Muslim, der diese Tat verrichtet, wird Belohnung dafür erhalten, da er diesen Anlass aus Liebe zum Propheten feiert und dabei Glück und Freude über dessen edle Geburt empfindet. Auch wenn diese Neuerung nach dem Tod des Gesandten Gottes ﷺ eingeführt wurde, so ist sie eine gute Neuerung (Bid^ah Hasanah) und über ihre Erlaubnis gibt es keine Meinungsverschiedenheit in der Gemeinschaft des Propheten ﷺ. …