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Der Hochmut ist das Zurückweisen der Wahrheit und das Verachten der Menschen

Allâhu Ta^âlâ sagt in der Sûrah al-Qasas, Âyah 83:

﴿تِلكَ ٱلدَّارُ ٱلأخِرَةُ نَجعَلُهَا لِلَّذِينَ لَا يُرِيدُونَ عُلُوّا فِي ٱلأَرضِ وَلَا فَسَادا وَٱلعَٰقِبَةُ لِلمُتَّقِينَ ٨٣﴾

Die Bedeutung lautet: Jene Stätte (das Paradies) ist für diejenigen vorherbestimmt, die an Allâh und an Seine Gesandten glauben; und auf der Erde weder Ungerechtigkeit noch Verderbtheit wollen; und das gute Ende gebührt den Gottesfürchtigen.

Allâhu Ta^âlâ sagt in der Sûrah Luqmân, Âyah 18:

﴿ وَلَا تُصَعِّر خَدَّكَ لِلنَّاسِ وَلَا تَمشِ فِي ٱلأَرضِ مَرَحًا إِنَّ ٱللَّهَ لَا يُحِبُّ كُلَّ مُختَال فَخُور ١٨﴾

Die Bedeutung lautet: Wende dich von den Menschen nicht hochmütig ab und gehe nicht hochmütig auf Erden; Allâh liebt nicht die Hochmütigen.

Brüder im Islam, möge Allâh euch gnädig sein, wisset, dass zu den Sünden des Herzens der Hochmut gehört. Der Hochmut ist eine schlechte Eigenschaft und Allâh hat uns in mehreren Âyât verboten, uns diese Eigenschaft anzueignen. Zu diesen Âyât gehört die zuvor erwähnte, die die Bedeutung hat Wende dich von den Menschen nicht hochmütig ab“, sondern wende dich ihnen bescheiden zu. Allâhu Ta^âlâ verbot uns, auch hochmütig und prahlend zu gehen, denn die erwähnte Âyah beinhaltet auch die Bedeutung „und gehe nicht hochmütig auf Erden“. …

Die dreizehn bestimmten Eigenschaften Gottes

Welch eine Gabe doch der Glaube ist und wie wichtig ist doch das Glaubensbekenntnis, denn es ist der Wortlaut, den der Nichtmuslim – mit dem Glauben daran – ausspricht, um Muslim zu werden. Brüder im Islam, was ist die Bedeutung von „Ich bezeuge, dass es keinen Gott außer Allâh gibt“? Die Gelehrten sagten: „Die allgemeine Bedeutung von ‚ich bezeuge, dass es keinen Gott außer Allâh gibt‘ ist das Bekennen mit der Zunge, mit dem Glauben und der Überzeugung im Herzen, dass nichts und niemand außer Allâh anbetungswürdig ist.“ ‘Nichts und niemand außer Allâh ist anbetungswürdig’ bedeutet, nichts und niemandem, außer Allâh, darf die höchste Stufe der Demut entgegengebracht werden. Das ist die Bedeutung von diesem guten Wort. Imâm Mâlik sagte in seinem Buch ‘al-Muwatta´‘, dass der Gesandte Gottes darüber sagte:

أَفْضَلُ ما قُلْتُ أنا والنَّبِيُّونَ مِنْ قَبْلِي لا إلهَ إلا اللهُ

Die Bedeutung lautet: Das Beste, was ich und die Propheten vor mir sagten, ist: ‚Es gibt keinen Gott außer Allâh‘.

Brüder im Islam, auch wenn das Glaubensbekenntnis ein kurzer Satz ist, beinhaltet es wichtige Informationen, die jede verantwortliche Person, d.h. volljährige und geistig gesunde Person, die vom Aufruf des Islams hörte, lernen muss. Zu diesen Informationen gehört die Bestätigung von dreizehn bestimmten Eigenschaften Gottes, die im Qur´ân – entweder wörtlich oder in ihrer Bedeutung – mehrmals erwähnt wurden und der Gesandte Gottes seinen Gefährten oft erwähnte und die für die Gottheit verstandesgemäß notwendig sind. Wer eine einzige dieser Eigenschaften leugnet, ist kein Muslim und deswegen sagten die Gelehrten in ihren Büchern, dass jede verantwortliche Person individuell dazu verpflichtet ist, diese Eigenschaften zu wissen. Welche sind diese Eigenschaften?

Der Schaykh Abû Muhammad Ibn ^Âschir sagte in seinem Buch „al-Murschidu l-Mu^în ^Ala d-Darûriyyi Min ^Ilmi d-Dîn“: Es ist verstandesgemäß notwendig, dass Allâh existiert und dass Seine Existenz anfangslos ist, so auch unvergänglich und absolut bedürfnislos. Er ist der Einzige, Der die Geschöpfe aus der Nichtexistenz in die Existenz hervorbringt. Er ist einzig in Seinem Selbst, Seinen Eigenschaften und Seinem Tun. Und es ist verstandesgemäß notwendig, dass Allâh beschrieben ist mit der Allmacht, dem Willen, Wissen, Leben, Hören, Sprechen und dem Sehen.“

Brüder im Islam, Allâh, der Erhabene, existiert anfangslos und unvergänglich und an Seiner Existenz besteht kein Zweifel. Allâhu Ta^âlâ sagt in der Âyah 10 der Sûrah Ibrâhîm:

﴿أَفِى اللهِ شَكٌّ﴾

Die Bedeutung lautet: Es gibt keinen Zweifel an der Existenz Gottes.

Jemanden, außer Allâh, zu Hilfe zu nehmen, ist kein Unglaube (Schirk)

Diener Gottes, seid rechtschaffen, indem ihr die Gesetzesregelung befolgt, die der Gesandte Gottes ﷺ verkündete. Verrichtet die Pflichten, bevor der Zeitpunkt des Todes kommt, damit ihr die Belohnung erhaltet, die am Tag des Jüngsten Gerichts gewichtig ist. Allâhu Ta^âlâ sagt in den Âyât 6-9 der Sûrah al-Qâri^ah:

﴿فَأَمَّا مَنْ ثَقُلَتْ مَوَازِينُهُ (6) فَهُوَ فِي عِيشَةٍ رَاضِيَةٍ (7) وَأَمَّا مَنْ خَفَّتْ مَوَازِينُهُ (8) فَأُمُّهُ هَاوِيَةٌ (9)﴾

Die Bedeutung lautet: Derjenige, dessen gute Taten überwiegen, wird ein glückliches Leben (im Paradies) haben und derjenige, dessen schlechte Taten überwiegen, wird in die Hölle herabstürzen.

Der Imâm at-Tirmidhiyy überlieferte in seinem Werk „as-Sunan“ über Abû Hurayrah, dass der Gesandte Gottes ﷺ sagte:

إِذَا ماتَ ابْنُ ءادَمَ انْقَطَعَ عَمَلُهُ إِلا مِنْ ثَلاثٍ صَدَقَةٍ جَارِيَةٍ وعِلْمٍ يُنْتَفَعُ بهِ وَوَلَدٍ صَالِحٍ يَدْعُو لَهُ اﻫ

Die Bedeutung lautet: Wenn der Mensch stirbt, dann ist das, wofür er sonst Belohnung erhalten würde, unterbrochen außer für Dreierlei: eine fortbestehende Spende (Sadaqah Djâriyah), nützliches Wissen und ein gutes Kind, das für ihn Bittgebete aufsagt.

Wenn dieser Mensch nützliches Wissen zurücklässt, dann erhält er jedes Mal neue Belohnung, wenn Nutzen von dem Wissen getragen wird, das dieser Verstorbene zurücklässt, weil er der Grund für diesen Nutzen war. Und wenn er eine fortbestehende Spende zurücklässt, wie wenn er z. B. eine Moschee errichtete, eine Schule erbaute, damit darin nützliches Wissen unterrichtet wird, dann erhält dieser Verstorbene jedes Mal neue Belohnung, wenn durch das, was er getan hatte, Nutzen getragen wird, weil er der Grund dafür war. Und wenn sein rechtschaffenes Kind ein Bittgebet für ihn aufsagt oder ihm die Belohnung für die Qur´ân-Rezitation oder ähnliches schenkt, dann erhält dieser Verstorbene Belohnung, weil die Rechtschaffenheit des Kindes durch seine Erziehung und sein Lehren zustande kam. …

Die Aufforderung zum Erlernen der Religionslehre und die Darlegung des individuellen Pflichtwissens

Brüder im Islam, Allâh hat den praktizierenden Gelehrten hohe Ränge gegeben und dies aufgrund der Besonderheit der Religionslehre, denn sie ist das Leben des Islam. Die islamische Religionslehre teilt sich in zwei Sparten auf: Die eine Sparte enthält den Teil der Religionslehre, den jeder einzelne Verantwortliche lernen muss, während es für die andere Sparte ausreicht, wenn ein Teil der Verantwortlichen diesen lernt. Die zweite Sparte ist das kollektive Pflichtwissen der islamischen Religionslehre; es ist unbedingt notwendig, dass ausreichend Muslime dieses Wissen gelernt haben. Was die erste Sparte betrifft, so ist sie das individuelle Pflichtwissen der islamischen Religionslehre und das, was der Gesandte Gottes meinte, als er ﷺ sagte:

طلب العلم فريضة على كل مسلم

Die Bedeutung lautet: Das Aneignen des individuellen Pflichtwissens der islamischen Religionslehre ist eine Pflicht für jeden Muslim und jede Muslimin. Der Hadîth wurde von al-Bayhaqiyy überliefert und von al-Hâfidh al-Mazziyy als Hasan eingestuft.

Auch dieser Teil lässt sich in weitere Teile unterteilen; dazu gehört der obligatorische Teil der islamischen Glaubenslehre, d. h. die Glaubensangelegenheiten, deren Kenntnis für jeden Verantwortlichen Pflicht ist. Zu diesen Glaubensangelegenheiten gehört der Glaube an die Erhabenheit Gottes über Körper, Abbild, Farbe, Richtung, Ort und alle anderen Eigenschaften der Geschöpfe. Hierzu gehört auch der Glaube an die Propheten, nämlich, dass Allâh sie sandte, um den Menschen das zu lehren, wodurch sie das Glück auf der Welt und die Glückseligkeit im Jenseits erlangen. Allâh ließ sie Wunder vollbringen, um ihre Gesandtschaft zu beweisen und schützte sie vor Unglauben, großen Sünden und allen erniedrigenden Taten. …