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Die Religion aller Propheten

Liebe Leserin, lieber Leser,

widrige Eigenschaften, wie z. B. Lügen, Betrügen, abscheuliche Krankheiten und törichtes Verhalten, verhindern die Akzeptanz der Botschaft eines Propheten; weder stehen sie in Einklang mit dem Verkünden der Botschaft noch sind sie mit dem Status eines Propheten vereinbar.[1] Da dies eine logische Schlussfolgerung ist, sieht der Muslim sich bestätigt, dass er daran glaubt, dass ausnahmslos alle Propheten wahrhaftig, treu, ehrenhaft, intelligent und mutig sind.

Ein weiterer Teil der islamischen Glaubenslehre ist die Übereinstimmung in den Aufrufen aller Propheten, einzig und allein Gott – den Schöpfer aller Geschöpfe – anzubeten und Ihm keinen Teilhaber beizugesellen. Dies ist für den gesunden Menschenverstand ebenfalls unbedingt notwendig, weil es verstandesgemäß unmöglich ist, dass Gott unterschiedliche Glaubenslehren offenbart hätte. Die Religion, die Gott von Seinen Dienern akzeptiert, basiert auf der Glaubenslehre, deren Kern aus dem Glauben an Gott und an Seine Propheten besteht; die verschiedenen Religionen hingegen basieren auf unterschiedlichen Lehren über Gott, d. h. ihre Basen unterscheiden sich, auch wenn sie übereinstimmende Bezeichnungen haben, wie z. B. Gebet und Fasten. Diese unterschiedlichen Lehren weichen dermaßen voneinander ab, dass eine gemeinsame Interpretation nicht realisierbar ist und der Verstand es ablehnt, dass die Propheten zu unterschiedlichen Religionen aufgerufen hätten. Wer sich mit diesem Thema befasst, der findet im Islam die zufriedenstellende Lehre, dass alle Propheten ein und dieselbe Religion befolgt und verkündet haben.1

Die Übereinstimmung, die gute Neuerung und die Feier anlässlich der Geburt des Propheten Muhammad ﷺ

Allâh, der Erhabene, sagt im edlen Qur´ân in Sûratu n-Nisâ‘, Âyah 115:

﴿وَمَن يُشَاقِقِ ٱلرَّسُولَ مِن بَعدِ مَا تَبَيَّنَ لَهُ ٱلهُدَىٰ وَيَتَّبِع غَيرَ سَبِيلِ ٱلمُؤمِنِينَ نُوَلِّهِۦ مَا تَوَلَّىٰ وَنُصلِهِۦ جَهَنَّمَ وَسَاءَت مَصِيرًا ١١٥﴾

Diese Âyah ist ein Beweis dafür, dass derjenige, der die Rettung und die Glückseligkeit erlangen will, den Weg der Gläubigen gehen und den Konsens der Muslime befolgen muss. Zudem ist die erwähnte Âyah ein Beweis für die Verdorbenheit derjenigen, die dem Konsens der Muslime widersprechen.

Der Gefährte des Propheten Muhammad ﷺ, ^Abdu l-Lâh Ibn Mas^ûd, sagte:

مَا رَءَاهُ المسلِمونَ حسنًا فهُوَ عِنْدَ اللهِ حَسَنٌ وما رءاهُ المسلِمُونَ قبيحًا فَهُوَ عِنْدَ اللهِ قَبِيح.

Die Bedeutung lautet: Wenn die Gelehrten eine Angelegenheit befürworten und sich darüber einig sind, so wird diese in der islamischen Religion akzeptiert; und wenn die Gelehrten etwas übereinstimmend nicht gutheißen, so wird dies in der islamischen Religion nicht akzeptiert.

Zu den empfohlenen Neuerungen, die die islamische Gemeinschaft gutheißt und über deren Legitimität Übereinstimmung unter den Muslimen herrscht, gehört die Feier anlässlich der Geburt des Propheten Muhammad ﷺ. Sie zählt zu den guten Taten und der Muslim, der diese Tat verrichtet, wird Belohnung dafür erhalten, da er diesen Anlass aus Liebe zum Propheten feiert und dabei Glück und Freude über dessen edle Geburt empfindet. Auch wenn diese Neuerung nach dem Tod des Gesandten Gottes ﷺ eingeführt wurde, so ist sie eine gute Neuerung (Bid^ah Hasanah) und über ihre Erlaubnis gibt es keine Meinungsverschiedenheit in der Gemeinschaft des Propheten ﷺ.

Al-Mudhaffar, der Herrscher von Irbil, der ein ehrfürchtiger und mutiger Gelehrter war, ist derjenige, der diese Tat zu Anfang des siebten Jahrhunderts n. H. als Erster durchführte. Er versammelte viele Gelehrte seiner Zeit, sie alle lobten diese gute Neuerung, stimmten ihr zu und wiesen diese Handlung nicht zurück. Genauso hießen die Gelehrten, die nach ihnen kamen, diese Neuerung gut. …

Die Propheten

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Besonderheit des Verstandes und die Wichtigkeit seiner Anwendung für das Unterscheiden und Erachten sind unbestreitbar, jedoch ist der bloße Einsatz des Verstandes nicht ausreichend, um die Regeln der Religion zu erfahren. Vernünftiges Denken führt zwar zur Erkenntnis, dass Gott existiert, einzig ist und keine Ähnlichkeiten mit anderen hat[1], jedoch erkennt man durch bloßes Einsetzen des Denkvermögens nicht, welche Vorschriften Gott bestimmt hat, wie z. B. das Gebet und das Fasten. Wie haben die Gläubigen erkannt, dass sie verpflichtet sind, zu beten? Wie haben sie erfahren, wann und wie sie beten müssen? Woher wissen sie, dass sie fasten müssen, wann die Fastenzeit ist und wovon sie sich enthalten müssen? Die Antwort auf diese und andere solcher Fragen lautet: Die Propheten waren diejenigen, die die religiösen Gebote und Vorschriften verkündet haben.

Die Propheten sind Menschen, die Gott für die Verkündung der Religion auserwählt hat; Er hat ihnen ihre religiösen Regeln offenbart und befohlen, diese zu verkünden und hat ihre Wahrhaftigkeit – dass sie tatsächlich von Ihm gesandt wurden – mittels eindeutiger logischer Beweise bestätigt. Diese Beweise sind die Wunder, die die Propheten vollbracht haben; die Wunder wurden von Gott erschaffen, damit den Menschen bewiesen wird, dass die Propheten wahrhaftig sind – als würde Gott zu den Menschen sagen: Dieser Mensch ist wahrhaftig in seiner Verkündung, er ist ein Prophet.

Der Aufruf zur guten Behandlung der Eltern und die Warnung davor, sie zu verletzen

Der Hadîth-Gelehrte Muslim überlieferte über ^Abdu l-Lâh Ibn Mas^ûd, dass dieser den Propheten ﷺ folgendes fragte: „Welche ist die beste Tat nach dem Glauben an Allâh und an Seinen Gesandten?“ Der Prophet ﷺ antwortete (sinngemäß): „Das Gebet in seiner vorgeschriebenen Zeit zu verrichten.“ Dann fragte er: „Und welche folgt dieser?“ Der Prophet ﷺ antwortete: „Der Gehorsam gegenüber den Eltern.“

Der Hadîth-Gelehrte Muslim überlieferte, dass der Gesandte von Allâh ﷺ folgendes sagte:

رَغِمَ أَنْفُ مَنْ أَدْرَكَ أَبَوَيْهِ عِنْدَ الكِبَرِ أَحَدَهُما أَوْ كِلَيْهِمَا فَلَمْ يَدْخُلِ الجنَّة اﻫ

Die Bedeutung lautet: Ein großer Verlust erleidet derjenige, der den Gehorsam gegenüber den Eltern, die alt und schwach geworden waren, nicht als Grund für den Eintritt ins Paradies genutzt hat.

Die gute Behandlung der Eltern, die alt und schwach geworden sind, indem man ihnen dient, sie in der Versorgung unterstützt oder ähnliches, ist der Grund für den Eintritt ins Paradies und den Gewinn im Jenseits.

Der Hadîth-Gelehrte al-Hâkim und andere überlieferten, dass der Gesandte von Allâh ﷺ folgendes sagte:

رِضَا اللهِ في رِضَا الوَالِدَيْنِ وسَخَطُهُ في سَخَطِهِمَا اﻫ

Die Bedeutung lautet: Allâh belohnt den Muslim, der die Eltern gut behandelt und hat demjenigen, der die Eltern verletzt, mit Strafe gedroht.

Der Gehorsam gegenüber den Eltern ist somit – sowohl auf der Welt als auch im Jenseits – ein großer Gewinn, und sie schlecht zu behandeln ist ein großer Verlust und gehört zu den großen Sünden, so wie es im Hadîth des Propheten, der von den Gelehrten al-Bukhâriyy und Muslim überliefert wurde, erwähnt wird.

Der Gelehrte al-Bayhaqiyy überlieferte über den Propheten Muhammad ﷺ, dass er folgendes sagte:

ثلاثَةٌ لا يدخُلونَ الجنَّة أَىْ مَعَ الأَوَّلِينَ أي لسبقِ العذابِ لهم إن لَمْ يَعْفُ اللهُ عنهم وَعَدَّ مِنْهُم “العَاقّ لِوَالِدَيْه”

In diesem Hadîth wird erwähnt, dass derjenige, der seine Eltern verletzte, zu den drei Gruppen gehört, die nicht mit den Ersten ins Paradies eintreten werden, und dies aufgrund der vorherigen Bestrafung, wenn Allâh ihnen nicht vergibt. …