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Die Warnung vor dem Überstürzen im Takfîr

Allâh, der Erhabene, hat uns viele Gaben beschert. Es sind so viele, dass wir sie nicht aufzählen können. Gewiss, wir und das, was uns an Gaben beschert wird, sind Gottes Geschöpfe. Wir sind verpflichtet, Allâh für diese Gaben zu danken, indem wir keine Sünden mit diesen begehen. Verehrter Bruder, zu den Gaben, die Allâh dir beschert hat, gehört dein Vermögen. Ebenso gehören zu diesen dein Körper und deine Glieder, wie deine Augen und deine Zunge. So verwende diese Gaben nicht für Sünden. Sei rechtschaffen und sündige nicht. Wenn du Allâh nicht gehorchst, tust du dir selbst Unrecht an. Gewiss, Allâh liebt nicht diejenigen, die Unrecht ausführen.

Verehrte Brüder, lasst uns gemeinsam über eine großartige Gabe sprechen. Diese ist die Zunge, mit der Allâh uns auszeichnete. Die Gabe der Zunge wird im Qur’ân in der Sûrah al-Balad, Âyât 8-9 erwähnt:

﴿أَلَم نَجعَل لَّهُۥ عَينَينِ ٨ وَلِسَانا وَشَفَتَينِ ٩﴾

Die Bedeutung lautet: Allâh bescherte dem Menschen zwei Augen, eine Zunge und zwei Lippen.

Von dieser großartigen Gabe kann sowohl viel Nutzen als auch große Gefahr ausgehen. So wird über die Zunge gesagt, dass sie zwar klein ist, durch sie jedoch viel Schaden entstehen kann. So hat der Gesandte Gottes ﷺ vor der Gefahr der Zunge gewarnt, so wie es aus der Überlieferung von at-Tirmidhiyy in seinem Werk as-Sunan hervorgeht. In dieser heißt es, dass der Gefährte Mu^âdh Ibn Djabal den Gesandten Gottes ﷺ fragte: „O Gesandter Gottes, werden wir aufgrund dessen, was wir aussprechen, zur Rechenschaft gezogen werden?“ Der Gesandte Gottes ﷺ antwortete daraufhin:

ثَكِلَتْكَ أُمُّكَ يَا مُعاذُ وَهَلْ يَكُبُّ الناسَ في النارِ علَى وُجوهِهِم أَوْ علَى مَنَاخِرِهِمْ إِلّا حَصَائِدُ أَلْسِنَتِهِمْ اهـ

Die Bedeutung lautet: Mu^âdh, gib Acht, die Bestrafung vieler Menschen in der Hölle ist auf das Übel dessen, was sie gesprochen haben, zurückzuführen.

Zu den Eigenschaften des Gesandten gehören: Die Unterdrückung der Wut und das Aufrechterhalten der verwandtschaftlichen Beziehungen

Allâhu Ta^âlâ sagt, in Bezug auf unseren geehrten Propheten Muhammad ﷺ in der Sûrah al-Qalam, Âyah 4:

﴿وَإِنَّكَ لَعَلَىٰ خُلُقٍ عَظِيم ٤﴾

Die Bedeutung lautet: Du (o Muhammad) hast wahrlich einen noblen und großartigen Charakter.

Der Imâm al-Bukhâriyy überliefert, dass ^´ischah in der Beschreibung des Gesandten Gottes ﷺ sagte: „Sein Charakter entsprach dem Qur´ân“.

Wer die Eigenschaften des Gesandten ﷺ somit wissen will, sollte den Qur´ân lesen und verstehen, denn jede gute Charaktereigenschaft, zu der Allâh im Qur´ân befahl, ist eine Charaktereigenschaft des Gesandten ﷺ.

Zu den Charaktereigenschaften, zu denen im Qur´ân befohlen wird, gehören u. a. das Gebieten des Guten, das Verwerfen des Schlechten, das Ertragen des Schadens anderer und das Schädigen anderer zu unterbinden.

Der Imâm al-Bukhâriyy überlieferte über Anas Ibn Mâlik, dass er, in der Beschreibung des Gesandten Gottes ﷺ, sagte: „Er ist der Mensch mit dem schönsten Aussehen und dem besten Charakter.“

Abû Bakr al-La´âl überlieferte in seinem Werk „Makârim al-´Akhlâq“, dass der Prophet sagte:

كُنتُ بينَ شَرِّ جَارَيْنِ عُقْبَةَ بنِ أبِي مُعَيْط وأبِي لَهَبٍ كانَا يَرْمِيَانِ بِمَا يخرُجُ منَ النَّاسِ على بابِي

Die Bedeutung lautet: Ich wohnte zwischen zwei schlechten Nachbarn, ^Uqbah Ibn Abî Mu^ayt und Abû Lahab, sie warfen das, was die Menschen ausscheiden, vor meine Tür.

Die frohen Botschaften und das Erblicken des Propheten im Traum

Liebe Brüder im Islam, das Versprechen Gottes ist wahr und der Prophet und Diener Gottes hat es wahrhaftig verkündet.

فَكُلُّ مَا أَتَى بِهِ الرَّسولُ فَحَقُّهُ التَّسْلِيمُ وَالقَبُولُ

Alles, womit der Gesandte kam,

hat das Recht auf Ergebenheit und Akzeptanz

Zu den Eigenschaften des Gläubigen gehört, dass er das, womit der Prophet kam, akzeptiert, den Eintritt ins Paradies sich erhofft und Angst vor der Bestrafung Gottes hat. Die Hoffnung und Angst bewegen ihn dazu, sich auf das Verlassen der Welt sowie auf den Tag des Jüngsten Gerichts und das Leben im Jenseits mit Gutem vorbereitet.

Der Prophet Muhammad verkündete der Allgemeinheit der Menschen frohe Botschaften, wie z. B. in seiner folgenden Aussage:

مَنْ قَالَ إذَا أَصْبَحَ رَضِيتُ بِاللهِ رَبًّا وَبِالإِسلامِ دِينًا وَبِمحمَّدٍ نبيًّا فأنَا الزَّعيمُ لآخُذَنَّ بِيَدِهِ حتَّى أُدْخِلَهُ الجنَّةَ

Die Bedeutung lautet: Derjenige, der am Morgen erwacht und Folgendes sagt:

رَضِيتُ بِاللهِ رَبًّا وَبِالإِسلامِ دِينًا وَبِمحمَّدٍ نبيًّا

Umschrift: Radîtu Bil-Lâhi Rabbâ wa Bil-`Islâmi Dînâ wa Bi-Muhammadin-Nabiyyâ

Dieser wird ins Paradies eintreten.

Die Frau im Islam

Liebe Leserin, lieber Leser,

gepriesen sei Gott, Der uns erschaffen und durch die Propheten gelehrt und gebildet hat. Er hat den Propheten Gebote und Regeln offenbart und ihnen befohlen, diese zu verkünden, damit wir von der Einhaltung dieser Regeln auf der Welt und im Jenseits profitieren.

Dementsprechend ist die Kenntnis über die eigenen Rechte und Pflichten als auch über die Rechte der Mitmenschen eine grundlegende Voraussetzung für das Glück im weltlichen und die Glückseligkeit im jenseitigen Leben, weil ansonsten die Gefahr besteht, Gott gegenüber ungehorsam zu sein und die Rechte anderer zu verletzen.

Der Islam hat die zwischenmenschlichen Beziehungen und Verhältnisse, wie z. B. Verwandtschaft, Nachbarschaft, Ehe usw., deutlich geregelt. Er hat jedem Mitglied seine Rechte zugesprochen und in unterschiedlichen Zusammenhängen die Frau und ihre Position in der Gesellschaft besonders hervorgehoben. Er hat die Frau vom Rande der Gesellschaft ins Zentrum gerückt, wie in der vorliegenden Darlegung verdeutlicht wird, ohne auf die einzelnen unreligiösen Einstufungen und Behandlungen der Frauen in den arabischen und nichtarabischen Regionen einzugehen, wie z. B. die Verfolgungen vieler Frauen, die Ermordung neugeborener Mädchen, die Aberkennung des Erbschafts- und Eigentumsrechts der Frau, die Ansicht, dass die Frau ein Gegenstand wäre, der vom Vater an den Sohn vererbt wird etc.

Bildung und Studium der Frau

Zu den Lehren des Islam gehört, dass jeder volljährige, geistig gesunde Muslim verpflichtet ist, ein bestimmtes Grundwissen der islamischen Religionslehre zu erwerben. Da diese Pflicht nicht nur die Männer betrifft, sondern auch die Frauen, findet man in der islamischen Welt namhafte gelehrte Frauen, wie z. B. ^´ischah, die Ehefrau unseres Propheten. Zahlreiche Gefährten unseres Propheten haben einen Teil ihres Wissens von ihr gelernt und dieses überliefert.

Ein weiteres Beispiel sind die vielen Lehrerinnen des berühmten Gelehrten Ibn ^Asâkir, aus dessen Biographie hervorgeht, dass ein großer Teil seiner mehr als 1.000 Lehrer Frauen waren.

Die Frau im Berufsleben
Die islamisch-rechtliche Erlaubnis der Tätigkeit einer Frau ist auf das religiöse Wissen nicht begrenzt, deshalb ist es für den neutralen Betrachter ersichtlich, dass nicht wenige muslimische Frauen wichtige Positionen in der Gesellschaft besetzt haben, weil sie hierfür qualifiziert sind, sei es in der Medizin, dem Handel, dem Bauwesen oder anderen Bereichen.

Die Ehefrau im Islam
Ein Auszug aus unserem Himmlischen Buch – dem Qur´ân – bedeutet: … und behandelt sie (die Ehefrauen) gut. Zudem bedeutet eine Aussage unseres Propheten: Zu den Merkmalen der besseren Muslime gehört die gute Behandlung ihrer Ehefrauen.
Der Islam lehrt, dass die unrechtmäßige Aneignung des Vermögens eines anderen verboten ist, auch wenn es das Vermögen der eigenen Ehefrau sein sollte. Gott hat den Mann verpflichtet, den Unterhalt der Ehefrau zu leisten, d. h. der Ehemann muss für ihre Unterkunft, Kleidung und Nahrung aufkommen, auch wenn sie reich sein sollte, es sei denn, sie verzichtet freiwillig darauf. …