Verhaltensregeln in der

Omar Ibn Al-Khattab Moschee

Verehrte Besucher, aufgrund der aktuellen Situation sowie der Verordnungen des Senats von Berlin zur Eindämmung der Corona-Pandemie und aus Sorge um Ihre Gesundheit, bitten wir Sie, folgende Regeln in der Moschee zu beachten:

–   Die Teilwaschung ist zu Hause zu verrichten, weil die Wasch- und Sanitärräume der Moschee geschlossen bleiben

–   Eintragung des Vor- und Familiennamens, der vollständigen Anschrift und der Telefonnummer in die Anwesenheitsliste vor dem Betreten der Moschee

–   Auf Händeschütteln und Umarmungen ist zu verzichten

–   Ein Abstand von 1,5 Meter ist einzuhalten

–   Höchstens 50 Personen halten sich gleichzeitig in der Moschee auf

–   Menschenansammlungen sind auch außerhalb der Moschee zu vermeiden

–   Bei Husten und Niesen hält die Person die Armbeuge vor Mund und Nase und wendet sich von anderen Personen ab

–   Wir bitten Menschen mit Krankheitssymptomen, wie z. B. Fieber oder Husten, die Moschee nicht zu betreten

Wir danken Ihnen für Ihr Verständnis und wünschen Ihnen Gesundheit und Unversehrtheit.

Die Nachtreise (al-´Isrâ´)

Brüder im Islam, wir erwarten einen großartigen Anlass, welcher das Gedenken an die Nachtreise und Himmelfahrt ist. Heute – so Gott will – handelt die Ansprache über die Nachtreise. Allâhu Ta^âlâ sagt in der Sûrah al-´Isrâ´, Âyah 1:

﴿سُبْحَانَ الَّذِي أَسْرَى بِعَبْدِه لَيْلاً مِنَ الْمَسْجِدِ الحَرَامِ إلَى الْمَسْجِدِ الأَقْصَا الَّذِي بَارَكْنَا حَوْلَهُ لِنُرِيَهُ مِنْ ءَاياتِنا إِنَّهُ هُوَ السَّمِيعُ البَصِيرُ﴾

Die Bedeutung lautet: Erhaben ist Allâh, Der Seinen Diener (Muhammad) von der Harâm-Moschee zur Aqsâ-Moschee, deren Gebiet Allâh gesegnet sein ließ, in einem Nachtabschnitt reisen ließ, damit er (Muhammad) von den Zeichen, die auf die Allmacht Gottes deuten, sieht; wahrlich, Allâh ist der Allhörende und der Allsehende.

Brüder im Islam, die Nachtreise wurde durch den Qur´ân, den Hadîth und die Übereinstimmung der Muslime bestätigt, sodass es Pflicht ist, daran zu glauben. Die Nachtreise des Propheten Muhammad ﷺ fand im wachen Zustand sowie mit Körper und Seele statt; und dies ist für Allâh nicht schwierig, denn gewiss, Er ist allmächtig. Die islamischen Gelehrten sagten, dass die Person, die die Nachtreise verleugnet, den Qur´ân verleugnet und wer den Qur´ân verleugnet, gehört nicht zu den Muslimen.

Das Wunder nahm im Haus von Ummu Hâni´, der Tochter von Abû Tâlib, seinen Anfang, wie Imâm Muslim über Anas Ibn Mâlik überlieferte, dass dieser sagte, dass Abû Dharr den Menschen berichtete, dass der Gesandte Gottes ﷺ sagte:

فُرِجَ سَقْفُ بَيْتِي وَأَنَا بِمَكَّةَ فَنَزَلَ جِبْرِيلُ فَفَرَجَ صدرِي ثُمَّ غسَلَهُ مِنْ ماءِ زَمْزَمَ ثُمَّ جاءَ بِطَسْتٍ مِنْ ذَهَبٍ مُمْتَلِئٍ حِكْمَةً وَإِيمانًا فَأَفْرَغَها فِي صَدْرِي ثُمَّ أَطْبَقَه اﻫ

Die Bedeutung lautet: Es geschah in Makkah: Das Dach des Hauses wurde geöffnet und Djibrîl kam herunter, öffnete meine Brust, wusch sie mit Zamzam-Wasser, brachte dann eine Schüssel aus Gold, die mit Weisheit und Glauben gefüllt war, entleerte sie in meine Brust und verschloss diese wieder.

Die islamische Erziehung und die Rolle der Familie und des Lehrers

Allâhu Ta^âlâ sagt in der Sûrah at-Tahrîm, Âyah 6:

﴿يَٰأَيُّهَا ٱلَّذِينَ ءَامَنُواْ قُواْ أَنفُسَكُم وَأَهلِيكُم نَارا وَقُودُهَا ٱلنَّاسُ وَٱلحِجَارَة﴾

Die Bedeutung lautet: O ihr Gläubigen, schützt euch und eure Familienangehörigen vor dem Höllenfeuer, dessen Brennstoff die Menschen und Steine sind.

Imâm ^Aliyy, möge Allâh ihm gnädig sein, sagte bezüglich dieser Âyah: Lernt das Gute und lehrt es euren Angehörigen[1], d. h. die Religionslehre. Brüder im Islam, wir sind verpflichtet, die Gesetze unserer Religion zu lernen und unseren Kindern den Teil der Religionslehre zu lehren, auf den sie angewiesen sind. Mit der Religionslehre schützt die Person sich selbst und ihre Angehörigen, wie die Kinder, vor der qualvollen Strafe im Jenseits. Der Gesandte Gottes ﷺ hat verdeutlicht, welche Rolle und Verantwortung die Familie, der Lehrer und der Erzieher hinsichtlich der Kinder haben, indem er sagte:

كُلُّكُمْ رَاعٍ وَكُلُّكُمْ مَسْؤُولٌ عَنْ رَعِيَّتِه[2] اهـ

Die Bedeutung lautet: Jeder von euch ist ein Hüter und jeder von euch trägt eine Verantwortung für das, was er hütet.

Brüder im Islam, die Erziehung und Bildung der Kinder gemäß der islamischen Erziehung gehören zu den wichtigsten und höchsten Angelegenheiten, zu denen unsere Religion aufruft, damit die Kinder zu rechtschaffenen, erfolgreichen und positiv aktiven Mitgliedern einer Gesellschaft werden, die von Gerechtigkeit, Fortschritt, Aufstieg und Erfolg geprägt ist. Dies jedoch können sie nur durch das Erlernen der islamischen Religionslehre samt der Glaubenslehre, der Gesetzesregelungen und des islamischen Verhaltens erreichen. Das Kind ist den Eltern anvertraut. Somit soll der Mensch sein Kind gut erziehen und ihm die noblen Charaktereigenschaften beibringen, ihm die Wahrhaftigkeit angewöhnen und das Lügen untersagen. Man gewöhnt ihm das Hüten der Zunge an und verbietet ihm das Beschmutzen der Zunge mit übler Nachrede, Stiften von Zwietracht, Beschimpfen, Verfluchen und unrechtmäßigem verbalem Verletzen anderer. Das Kind wird durch die Eltern beeinflusst. Wenn es Gutes von ihnen sieht, wächst es damit auf und liebt es; und wenn es von ihnen Schlechtes sieht, so wächst es oftmals damit auf und später wird es schwierig für ihn, davon loszukommen. Deswegen ist es notwendig, dem Kind die noblen Charaktereigenschaften und die besten Verhaltensweisen beizubringen. Das Wichtigste und Vorrangigste, was man einem Kind lehren muss, ist die islamische Glaubenslehre und was mit der Kenntnis über Allâh und Seinen Gesandten zusammenhängt. Es wurde überliefert, dass Abû Dharr sagte: Wir begleiteten den Propheten als heranwachsende Jugendliche und lernten den Glauben. Danach erst lernten wir den Qur´ân und unser Glaube wurde dadurch stärker.“

Allâh ist gütig zu Seinen Dienern und ist zu nichts verpflichtet

Brüder im Islam, wisst, zum Glauben der Muslime gehört, dass Allâh zu nichts verpflichtet ist. Er tut was Er will; nichts und niemand befiehlt oder verbietet Ihm irgendetwas. Er bestimmt für die Geschöpfe und macht mit Ihnen, was Er will. Er beschert, wem Er will und verwehrt, wem Er will. Wie oft sieht man einen Rechtschaffenen, dessen Versorgung von geringem Ausmaß ist und der von vielen Plagen heimgesucht wird, obwohl er im Gehorsam Gott gegenüber standhaft bleibt. Gleichzeitig sieht man viele Übeltäter, die ihr Übel verbreiten, die Rechte anderer verletzen und deren Versorgungen von großem Ausmaß sind, obwohl sie sich der Welt hingegeben haben und vom Teufel getäuscht worden sind. Auch waren viele Tyrannen ungerechte Herrscher über viele Menschen, jedoch steckt hinter der Bestimmung Gottes eine Weisheit, die Allâh weiß, also steht es niemandem zu, sich gegen Allâh aufzulehnen oder gegen Ihn zu protestieren, wenn er solche Fälle, wie sie soeben beschrieben wurde, vernimmt. Es steht auch niemandem zu gegen Allâh zu protestieren, wenn er schmerzleidende Kinder oder Ähnliches sieht oder vernimmt.

Zudem: Allâh Selbst wird weder belohnt noch bestraft; weder nutzen Ihm die Geschöpfe, wenn sie gehorsam sind, noch wendet Er damit Schaden von Sich ab. Wir aber haben Nutzen oder Schaden – unseren Handlungen entsprechend -; wer Allâh gegenüber gehorsam ist, der nutzt sich selbst; und wer die Grenzen überschreitet, indem er sündigt, der ist ungerecht zu sich selbst und verdient die harte Strafe Gottes. Diese Erläuterung geht aus den Bedeutungen der zu Beginn angeführten Âyah und des angeführten Hadîth hervor. Abû Hayyân hat in seinem Werk „Al-Bahr al-Muhît“ gesagt: Allâh ist nicht verpflichtet, die Gehorsamen und auch nicht den Propheten selbst vor der Qual zu verschonen, sondern Er macht es, weil Er gnädig und gütig zu ihnen ist.

Die Menschen werden befragt und zur Rechenschaft gezogen werden, weil sie verpflichtet sind, das zu verrichten, was Allâh ihnen auferlegt hat. Es steht niemandem zu sich gegen Allâh aufzulehnen, denn Allâh hat die Geschöpfe erschaffen. Er ist ihr Eigentümer; Er entlohnt sie für ihr Handeln und ist nicht ungerecht. Das Unrecht ist das Zuwiderhandeln demjenigen, dem das Befehlen und Verbieten gebührt und wurde auch wie folgt definiert: Der Umgang mit dem Eigentum eines anderen auf eine Weise, wie der Eigentümer es nicht erlaubt. Allâh ist der Eigentümer aller Geschöpfe und macht mit Seinen Geschöpfen, was Er will. Ihm gebührt das uneingeschränkte Befehlen und Verbieten, also ist es unmöglich, dass Er ungerecht wäre. Allâhu Ta^âlâ sagt in der Sûrah Fussilat, Âyah 46:

﴿وَمَا رَبُّكَ بِظَلَّٰم لِّلعَبِيدِ ٤٦﴾

Die Bedeutung lautet: Allâh ist Seinen Dienern gegenüber nicht ungerecht.

Ansprache über das Unheil (al-Fitnah)

Brüder im Islam! Der Gesandte von Allâh ﷺ berichtete darüber, dass das Unheil unausweichlich kommen wird. Er ﷺ rief dazu auf, sich zur Verrichtung der guten Taten zu beeilen, bevor man durch das bevorstehende Unheil davon abgelenkt wird. Er ﷺ sagte in einem Hadîth, den der Gelehrte Muslim überlieferte:

بَادِرُوا بِالأَعْمَالِ فِتَنًا كَقِطَعِ اللّيلِ الْمُظْلِمِ يُصْبِحُ الرَّجُلُ مُؤْمِنًا وَيُمْسِي كَافِرًا أَوْ يُمْسِي مُؤْمِنًا وَيُصْبِحُ كَافِرًا يَبِيعُ دِينَهُ بِعَرَضٍ مِنَ الدُّنيا

Die Bedeutung lautet: Beeilt euch zur Verrichtung der guten Taten, bevor das Unheil kommt, das wie die finstere Nacht ist. So wird es geschehen, dass jemand morgens ein Gläubiger und bis zum Abend ein Ungläubiger geworden sein wird, oder abends ein Gläubiger ist und bis zum nächsten Morgen ein Ungläubiger geworden sein wird. Er wird seine Religion (den Islam) für ein weltliches Gut aufgeben.

In diesem Hadîth wird dazu aufgefordert, sich zur Verrichtung der guten Taten zu beeilen, bevor man durch das kommende Unheil, das wie eine finstere, mondscheinlose Nacht ist, von der Verrichtung der guten Taten abgelenkt wird. Der Gesandte von Allâh ﷺsagte in der Beschreibung einer Art dieses Unheils, dass jemand abends ein Gläubiger und dann bis zum nächsten Morgen ein Ungläubiger geworden sein wird, oder morgens ein Gläubiger und dann bis zum Abend ein Ungläubiger geworden sein wird. Brüder im Islam! Dies ist aufgrund der Gewaltigkeit von diesem Unheil, dass jemand noch am selben Tag diese Umkehr erleben wird. Möge Allâh uns davor beschützen! In der Überlieferung von Abû Dâwûd lautet der Hadîth folgendermaßen:

إِنَّ بينَ يَدَيِ السّاعَةِ فِتَنًا كَقِطَعِ الليلِ الْمُظْلِمِ يُصْبِحُ الرَّجُلُ فيهَا مُؤْمِنًا وَيُمْسِي كافِرًا ويُمْسِي مُؤْمِنًا وَيُصْبِحُ كافِرًا القاعِدُ فيهَا خيرٌ مِنَ القائِمِ والْمَاشِي فيهَا خيرٌ مِنَ السّاعِي فَكَسِّرُوا قِسِيَّكُمْ وَقَطِّعُوا أَوْتَارَكُمْ وَاضْرِبُوا سُيوفَكُمْ بِالحجارَةِ فإِنْ دَخَلَ ـ يعنِي على أَحَدٍ مِنْكُمْ ـ فَلْيَكُنْ كَخَيْرِ ابْنَيْ ءَادَمَ اﻫ

Die Bedeutung lautet: Vor dem Tag des Jüngsten Gerichts wird ein Unheil kommen, das wie die finstere Nacht ist. So wird es geschehen, dass jemand morgens ein Gläubiger und bis zum Abend ein Ungläubiger geworden sein wird, oder abends ein Gläubiger und bis zum nächsten Morgen ein Ungläubiger geworden sein wird. Der Sitzende ist zu dieser Zeit besser als der Stehende, und der Gehende besser als der Rennende. So macht keinen Gebrauch von Bogen und Schwert. Wenn dies eintritt, dann soll man wie der Bessere von den beiden Söhnen Âdams sein, d. h. wie Hâbîl, der von seinem Bruder Qâbîl getötet wurde. …