Kategorie-Archiv: ISLAMISCHE WISSEN

Vernunft & Logik

Liebe Leserin, lieber Leser,

zu den Merkmalen und Eigenschaften, die den Menschen von vielen anderen Geschöpfen elementar unterscheiden, gehört der Verstand, durch den er in der Lage ist, vernünftig zu denken und logische Schlussfolgerungen zu ziehen. Der Mensch besitzt mittels seines Verstandes die Fähigkeit, Nützliches von Schädlichem, Richtiges von Falschem, Logisches von Unlogischem und Mögliches von Unmöglichem zu unterscheiden. Diese Fähigkeit ist für das Erachten einer Lehre von grundlegender Bedeutung, denn sollte der gesunde Menschenverstand eine Lehre nicht für richtig erachten, dann kann die Überzeugung von ihrer Richtigkeit nicht erfolgen.

Ein Beispiel für eine logische Schlussfolgerung vernünftigen Denkens ist, dass das Universum ein Beweis für die Existenz Gottes ist, denn der Verstand akzeptiert nicht, dass irgendeine Tat ohne einen Täter in die Existenz einträte, wie z. B. eine Schrift ohne einen Schreiber oder ein Gebäude ohne einen Erbauer; basierend darauf ist es verstandesgemäß unbedingt notwendig, dass das Universum von jemandem bestimmt und erschaffen wurde – Dieser ist Gott.

Vernunft & Logik weiterlesen →

Der gute Rat

Dank gebührt Allâh, dem Erhabenen. Möge Allâh uns vor dem Begehen von Sünden beschützen. Derjenige, der von Gott rechtgeleitet wurde, wird nicht in die Irre gehen und derjenige, der von Gott in die Irre geleitet wurde, wird keine Rechtleitung finden. Ich bezeuge, dass es keinen Gott außer Allâh gibt, dem Einzigen, Der keinen Teilhaber hat und Dem nichts und niemand gleicht. Derjenige, Der keine Gestalt, keine Form und keine Glieder hat. Derjenige, Der kein Körper ist und keine Maße hat. Derjenige, Der ohne Ort existiert. Und ich bezeuge, dass unser geehrter, geliebter und großartiger Prophet Muhammad Diener und Gesandter Gottes ist. As-Salâtu und as-Salâmu für dich, o Gesandter von Allâh, und alle anderen Propheten.

Sodann, Diener Gottes, ich ermahne euch und mich zur Rechtschaffenheit. Diese ist die beste Vorbereitung auf das Leben nach dem Tod. Dem Rechtschaffenen beschert Allâh Auswege aus seinen Notlagen. Derjenige jedoch, der Allâh gegenüber sündigt und das Vergängliche dem Unvergänglichen vorzieht, verliert. So sagt Allâh, der Erhabene, in der Sûrah al-^Asr, Âyât 1-3:

﴿وَٱلعَصرِ ١ إِنَّ ٱلإِنسَٰنَ لَفِي خُسرٍ ٢ إِلَّا ٱلَّذِينَ ءَامَنُواْ وَعَمِلُواْ ٱلصَّٰلِحَٰتِ وَتَوَاصَواْ بِٱلحَقِّ وَتَوَاصَواْ بِٱلصَّبرِ ٣﴾

Die Bedeutung lautet: Allâh schwört (Qasam) bei der Zeit (ad-Dahr), dass der Mensch einen großen Verlust erleiden wird, bis auf diejenigen, die an Gott und an die Propheten glauben sowie die guten Taten ausführen und die zum Verrichten der Pflichten und zum Unterlassen der Sünden und zum Gehorsam gegenüber Gott und gegenüber den Propheten auffordern.

Verehrte Diener Gottes, Allâh schwört bei dem, was Er will. In dieser Sûrah schwört Allâh bei der Zeit, so wie der Gefährte ^Abdu l-Lâh Ibn ^Abbâs dies erwähnte. Allâh schwört, dass nur diejenigen vom Verlust im Jenseits bewahrt sein werden, die gläubig sind und gute Taten verrichten. Dies sind Eigenschaften, die wir bei den Rechtschaffenen vorfinden. Sie handeln nach den Ratschlägen des Gesandten Gottes ﷺ, indem sie mit großem Fleiß lernen und die Pflichten verrichten; insbesondere as-Sâbiqûn al-‘Awwalûn. Diese sind die ersten, die in den Islam eintraten. Sie werden im Qur’ân in der Sûrah at-Tawbah, Âyah 100 gelobt:

﴿وَٱلسَّٰبِقُونَ ٱلأَوَّلُونَ مِنَ ٱلمُهَٰجِرِينَ وَٱلأَنصَارِ وَٱلَّذِينَ ٱتَّبَعُوهُم بِإِحسَٰن رَّضِيَ ٱللَّهُ عَنهُم وَرَضُواْ عَنهُ﴾

Die Bedeutung lautet: Die vorangegangen Ersten der Auswanderer und Ansâr sowie diejenigen Auswanderer und Ansâr, die ihnen auf vollkommene Weise folgten, ihnen wurde die Liebe Gottes zuteil und sie lieben die Gaben, die Allâh ihnen auf der Welt und im Jenseits beschert.

Hieraus geht hervor, dass Allâh diese liebt, da diese glaubten und sich das islamische Wissen aneigneten und dementsprechend handelten. Zudem beratschlagten sie sich gegenseitig. So sollten wir den Gesandten Gottes ﷺ und seine Gefährten nachahmen. Der eine unter ihnen beratschlagte seinen Bruder bzw. Freund, um von Allâh belohnt zu werden. So waren die Gefährten zueinander wie Spiegel. Sie liebten für einander das, was jeder einzelne für sich selbst liebte. Wenn einer von dem anderen einen Fehler sah, eilte er zu ihm mit Beratschlagung. Diese geschah wiederum mit der Absicht, um von Allâh belohnt zu werden. Derjenige jedoch, der den Ratschlag erhielt, wurde nicht hochmütig. Er akzeptierte diesen, denn er wusste gewiss: Wenn er diesen Ratschlag dankend annimmt und danach handelt, wird er dadurch einen großen Nutzen erzielen. So sagte einer der Salaf sinngemäß: Wenn du einen siehst, der dich auf deine Fehler aufmerksam macht, so halte an ihm fest. Des Weiteren wird über den Gefährten ^Umar Ibn al-Khattâb überliefert, dass er sinngemäß sagte: Möge Allâh demjenigen gnädig sein, der mir meine Fehler aufzeigt. Zur Begrüßung gaben sich die Gefährten lächelnd die Hand und rezitierten die bereits erwähnten bedeutungsvollen Âyât aus der Sûrah al-^Asr. Sie beratschlagten sich gegenseitig, gute Taten auszuführen. Sie forderten einander auf, die Pflichten zu verrichten und gemäß dem vom Propheten ﷺ Verkündeten zu handeln. Zu diesem gehört die Gnade, welche ihnen der Gesandte Gottes ﷺ lehrte. In der 29. Âyah der Sûrah al-Fath wird dies über sie berichtet.

Der gute Rat weiterlesen →

Die Warnung vor dem Erteilen eines islamischen Rechtsgutachtens ohne Wissen

Dank gebührt Allâh, dem Erhabenen. Möge Allâh uns vor dem Begehen von Sünden beschützen. Derjenige, der von Gott rechtgeleitet wurde, wird nicht in die Irre gehen und derjenige, der von Gott in die Irre geleitet wurde, wird keine Rechtleitung finden. Ich bezeuge, dass es keinen Gott außer Allâh gibt, dem Einzigen, Der keinen Teilhaber hat und Dem nichts und niemand gleicht. Derjenige, Der keine Gestalt, keine Form und keine Glieder hat. Derjenige, Der kein Körper ist und keine Maße hat. Derjenige, Der ohne Ort existiert. Und ich bezeuge, dass unser geehrter, geliebter und großartiger Prophet Muhammad Diener und Gesandter Gottes ist. As-Salâtu was-Salâmu für dich, o Gesandter von Allâh, und für alle anderen Propheten.

Sodann, Diener Gottes, ich ermahne euch und mich zur Rechtschaffenheit. Seid rechtschaffen. Verrichtet die Pflichten, unterlasst die Sünden und haltet an den Lehren des Propheten Muhammad ﷺ fest.

Verehrte Brüder, wisst, dass der Diener Gottes am Tag des Jüngsten Gerichts für sein Sprechen, Hören, Sehen und für sein Herz zur Rechenschaft gezogen werden wird. Auch wird er über seine Erteilung von Rechtsgutachten – indem er sagte: „Jenes ist erlaubt und jenes nicht.“ – gefragt werden. Allâh sagt in der Sûrah al-‘Isrâ‘, Âyah 36:

﴿وَلَا تَقفُ مَا لَيسَ لَكَ بِهِۦ عِلمٌ إِنَّ ٱلسَّمعَ وَٱلبَصَرَ وَٱلفُؤَادَ كُلُّ أُوْلَٰئِكَ كَانَ عَنهُ مَسْؤُلاً ٣٦﴾

Die Bedeutung lautet: Und spreche nicht über das, worüber du kein Wissen hast. Gewiss, das Hören, das Sehen und das Herz, für all dies wird der Mensch zur Rechenschaft gezogen werden.

Aus dieser Âyah geht somit die Aufforderung hervor, keine Aussage zu treffen, ohne über das Wissen darüber zu verfügen. Ein islamisches Rechtsgutachten ohne Wissen zu erteilen, gehört zu den großen Sünden. Der Hâfidh Ibn ^Asâkir überlieferte, dass der Gesandte Gottes ﷺ sagte:

مَن أَفْتَى بِغَيْرِ عِلْمٍ لَعَنَتْهُ ملائكَةُ السَّمَاءِ والأَرْضِ اهـ

Die Bedeutung lautet: Wer ein islamisches Rechtsgutachten ohne Wissen erteilt, den verfluchen die Engel der Himmel und der Erde.

Wenn dem so ist, verehrte Brüder, was bedeutet dann das ‚Erteilen eines Rechtsgutachtens mit Wissen‘? Hört, verehrte Brüder: Gewiss, derjenige, der ein islamisches Rechtsgutachten erteilt, ist entweder ein Mudjtahid oder einer, der diesen in seinen erteilten Rechtsgutachten nachahmt oder einer, der sich traut, ohne Wissen eines zu erteilen. Der Mudjtahid ist derjenige, der basierend auf gewisse Eigenschaften, die er hat, und Voraussetzungen, die er erfüllt, die Erlaubnis hat, ein islamisches Rechtsgutachten zu erteilen. Diese Voraussetzungen wiederum weisen die meisten Menschen der heutigen Zeit nicht auf. Imâm asch-Schâfi^iyy, möge Allâh ihm gnädig sein, sagte: Zu den Eigenschaften des Mudjtahid gehören die Kenntnis über die Angelegenheiten, die vor ihm waren, wie die Sunan, Aussagen der Salaf, die Angelegenheiten, worüber eine Übereinstimmung unter den Muslimen herrschte und jene, worin sie sich uneinig waren, um nicht etwas zu sagen, was der Übereinstimmung widerspricht. Weiterhin muss er die arabische Sprache beherrschen und die Bedeutungen der islamischen Rechtstexte, gemäß der Sprache der Araber, wissen.

Die Warnung vor dem Erteilen eines islamischen Rechtsgutachtens ohne Wissen weiterlesen →

Die Aufforderung zum Erlernen der Religionslehre und die Darlegung des individuellen Pflichtwissens

Dank gebührt Allâh, dem Erhabenen. Möge Allâh uns vor dem Begehen von Sünden beschützen. Derjenige, der von Gott rechtgeleitet wurde, wird nicht in die Irre gehen und derjenige, der von Gott in die Irre geleitet wurde, wird keine Rechtleitung finden. Ich bezeuge, dass es keinen Gott außer Allâh gibt, dem Einzigen, Der keinen Teilhaber hat und Dem nichts und niemand gleicht. Derjenige, Der keine Gestalt, keine Form und keine Glieder hat. Derjenige, Der kein Körper ist und keine Maße hat. Derjenige, Der ohne Ort existiert. Und ich bezeuge, dass unser geehrter, geliebter und großartiger Prophet Muhammad Diener und Gesandter Gottes ist. As-Salâtu und as-Salâmu für dich, o Gesandter von Allâh, und alle anderen Propheten.

Sodann, Diener Gottes, ich ermahne euch und mich zur Rechtschaffenheit. Allâhu Ta^âlâ sagt in der Sûrah al-Haschar, Âyah 18 :

﴿يَا أَيُّهَا الَّذِينَ ءامَنُوا اتَّقُوا اللَّهَ وَلْتَنْظُرْ نَفْسٌ مَا قَدَّمَتْ لِغَدٍ وَاتَّقُوا اللَّهَ إِنَّ اللَّهَ خَبِيرٌ بِمَا تَعْمَلُونَ 18﴾

Die Bedeutung lautet: O ihr Gläubigen, seid rechtschaffen, indem ihr die Pflichten, die Gott euch auferlegte, nicht unterlasst; und der Diener Gottes soll überlegen, was er für den Tag des Jüngsten Gerichts vorbereitet hat. Seid rechtschaffen, indem ihr die Sünden unterlasst; gewiss, Allâh ist wissend über eure Taten.

Diener Gottes, seid Gottesfürchtig, fürchtet Allâh, den Allwissenden und Allmächtigen, und haltet am Qur´ân fest. Allâhu Ta^âlâ sagt in der Sûrah al-Mudjâdilah, Âyah 11:

﴿يرْفَعِ اللهُ الَّذِينَ ءامَنُوا مِنْكُمْ وَالَّذِينَ أُوتُوا الْعِلْمَ دَرَجَاتٍ وَاللهُ بِمَا تَعْمَلُونَ خَبِيرٌ﴾

Die Bedeutung lautet: Allâh erhöht den Rang derjenigen Gläubigen unter euch, die sich das islamische Wissen angeeignet haben. Allâh ist wissend über eure Taten.

Brüder im Islam, Allâh hat den praktizierenden Gelehrten hohe Ränge gegeben und dies aufgrund der Besonderheit der Religionslehre, denn sie ist das Leben des Islam. Die islamische Religionslehre teilt sich in zwei Sparten auf: Die eine Sparte enthält den Teil der Religionslehre, den jeder einzelne Verantwortliche lernen muss, während es für die andere Sparte ausreicht, wenn ein Teil der Verantwortlichen diesen lernt. Die zweite Sparte ist das kollektive Pflichtwissen der islamischen Religionslehre; es ist unbedingt notwendig, dass ausreichend Muslime dieses Wissen gelernt haben. Was die erste Sparte betrifft, so ist sie das individuelle Pflichtwissen der islamischen Religionslehre und das, was der Gesandte Gottes meinte, als er ﷺ sagte:

„طلب العلم فريضة على كل مسلم„

Die Bedeutung lautet: Das Aneignen des individuellen Pflichtwissens der islamischen Religionslehre ist eine Pflicht für jeden Muslim und jede Muslimin. Der Hadîth wurde von al-Bayhaqiyy überliefert und von al-Hâfidh al-Mazziyy als Hasan eingestuft.

Auch dieser Teil lässt sich in weitere Teile unterteilen; dazu gehört der obligatorische Teil der islamischen Glaubenslehre, d. h. die Glaubensangelegenheiten, deren Kenntnis für jeden Verantwortlichen Pflicht ist. Zu diesen Glaubensangelegenheiten gehört der Glaube an die Erhabenheit Gottes über Körper, Abbild, Farbe, Richtung, Ort und alle anderen Eigenschaften der Geschöpfe. Hierzu gehört auch der Glaube an die Propheten, nämlich, dass Allâh sie sandte, um den Menschen das zu lehren, wodurch sie das Glück auf der Welt und die Glückseligkeit im Jenseits erlangen. Allâh ließ sie Wunder vollbringen, um ihre Gesandtschaft zu beweisen und schützte sie vor Unglauben, großen Sünden und allen erniedrigenden Taten.

Die Aufforderung zum Erlernen der Religionslehre und die Darlegung des individuellen Pflichtwissens weiterlesen →