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Weisheiten und Nützlichkeiten der Pilgerfahrt

Verehrte Muslime, Allâh erfüllte das Bittgebet des Propheten Ibrâhîm und ließ die Ka^bah zu einem Ort werden, der jährlich von Millionen Muslimen aus weiten Regionen aufgesucht wird. Sie kommen aus Ost und West, sind von unterschiedlichen Nationen, sprechen unterschiedliche Sprachen, sind von unterschiedlicher Hautfarbe, Alt und Jung, Arm und Reich, Araber und Nichtaraber, um eine großartige religiöse Handlung zu verrichten.

Allâhu Ta^âlâ sagt in der Âyah 13 der Sûrah al-Hudjurât:

﴿يَٰأَيُّهَا ٱلنَّاسُ إِنَّا خَلَقنَٰكُم مِّن ذَكَر وَأُنثَىٰ وَجَعَلنَٰكُم شُعُوبا وَقَبَائِلَ لِتَعَارَفُواْ إِنَّ أَكرَمَكُم عِندَ ٱللَّهِ أَتقَىٰكُم إِنَّ ٱللَّهَ عَلِيمٌ خَبِير ١٣﴾

Die Bedeutung lautet: O ihr Menschen, Gott hat euch aus Mann und Frau erschaffen und ließ euch Völker und Stämme sein, sodass ihr einander kennt. Gewiss, derjenige von euch ist bei Allâh höherrangiger als andere, wenn er rechtschaffener ist. Gewiss, Allah ist allwissend.

Die Erhabenheit Gottes über den Ort

Verehrte Brüder, diese geehrte Âyah deutet daraufhin, dass das Befolgen der Übereinstimmung der islamischen Gelehrten zur Rettung am Tag des Jüngsten Gerichts führt und dass demjenigen, der sich davon abwendet, die Strafe in der Hölle droht.

Zu den Grundlagen der islamischen Glaubenslehre, die mittels des Qur’ân, dem Hadîth, der logischen Beweise und der Übereinstimmung der islamischen Gelehrten als definitiv erwiesen gelten, gehört die Erhabenheit Gottes sowohl über das Einnehmen eines einzigen Ortes als auch über das Ausbreiten auf mehrere Orte.

Allâh, der Erhabene, ist der Schöpfer des Ortes. Er existierte vor dem Erschaffen aller Orte und ist zu keiner Zeit auf den Ort angewiesen. Allâh hat die Orte erschaffen und existiert unverändert ohne Ort. Allâhu Ta^âlâ verändert Seine Geschöpfe, aber Er Selbst verändert Sich nicht und das ist den Gelehrten und Nichtgelehrten der Muslime bekannt. Würde Er Sich verändern, bräuchte Er jemanden, der Ihn verändern würde. Derjenige, der auf jemanden angewiesen ist, ist nicht Gott.

Brüder im Islam, der Ort ist der Raum, den ein Körper einnimmt. Mit anderen Worten: Der Ort ist der Platz, den ein Volumen einnimmt. Wenn Allâh an einem Ort wäre, wäre Er ein Körper, Er hätte Länge, Breite und Tiefe, wie die Sonne ein Körper ist, mit Länge, Breite, Tiefe, Volumen und Gestalt. Derjenige, der mit diesen Eigenschaften beschrieben ist, ist zweifelsfrei ein Geschöpf, das Denjenigen braucht, Der für dieses jene Länge, Breite und Tiefe bestimmt hat. Demjenigen, der jemanden braucht, steht die Anbetung nicht zu. So ist es verstandesgemäß notwendig, dass Allâh ohne Ort existiert. Dies ist der logische Beweis. …

Der Glaube an Allâh und Seinen Gesandten ﷺ

Allâhu Ta^âlâ sagt im edlen Qur´ân in Sûrah al-Fath, Âyah 13:

﴿وَمَن لَّم يُؤمِن بِٱللَّهِ وَرَسُولِهِۦ فَإِنَّا أَعتَدنَا لِلكَٰفِرِينَ سَعِيرا﴾

Die Bedeutung lautet: Und jene, die nicht an Allâh und Seine Gesandten glauben, für sie hat Allâh die Hölle bestimmt.

Brüder im Islam! Zu den Pflichten, die Allâh den Verantwortlichen auferlegt hat, gehört der Glaube an Allâh und an Seinen Gesandten. Dies ist die Grundlage der Pflichten, sie ist die beste und höchste Pflicht und kommt an erster Stelle. Der Glaube an Allâh bedeutet, fest daran zu glauben, dass Allâh existiert und dass Er den Geschöpfen nicht ähnelt. An der Existenz Gottes gibt es keinen Zweifel. Gott existiert ohne Wie, ohne aus Teilchen zu bestehen sowie ohne Ort und ohne Richtung. Was den Glauben an Seinen Gesandten Muhammad ﷺ betrifft, so bedeutet dies die feste Überzeugung zu haben, dass Muhammad ﷺ, der Sohn von ^Abdu l-Lâh, Gesandter Gottes zu allen Menschen und Djinn ist und dass er in allem, was er von Allâh verkündete, wahrhaftig ist.

Die Kenntnis über Allâh zu haben und die Anbetung, d. h. die höchste Stufe der Demut nur Ihm entgegenzubringen, ist die höchste Pflicht, die Gott Seinen Dienern auferlegt hat. Unsere Kenntnis über Allâh bedeutet nicht, dass wir die Wirklichkeit Gottes erfassen würden, sondern ist die Kenntnis darüber, dass Allâh mit vollkommenen Eigenschaften beschrieben wird, die zu Ihm passen, wie z. B. Seine Anfangslosigkeit, Seine Einzigkeit, Sein allumfassendes Wissen und Seine Unvergleichbarkeit mit den Geschöpfen, und dass Er über alle Unvollkommenheiten erhaben ist, somit ist Er erhaben über Teilhaber, Grenzen also Körper sowie Gestalt, Aussehen und Aufenthalt an einem Ort und in einer Richtung. Des Weiteren die Kenntnis darüber, was in Bezug auf Allâh möglich ist, wie das Erschaffen bzw. Nichterschaffen einer Sache.

Imâm Ahmad ar-Rifâ^iyy, möge Allâh ihm gnädig sein, sagte:

غايةُ المعرِفَةِ بِاللهِ الإِيقانُ بوُجودِه تعالَى بِلا كَيْفٍ وَلا مَكَان اﻫ

Die Bedeutung lautet: Die höchste Erkenntnis, die man in Bezug auf Allâh erreichen kann, ist, fest daran zu glauben, dass Er, der Erhabene, ohne „Wie“ und ohne Ort existiert.

Gelobt ist das erlaubte Vermögen für den rechtschaffenen Muslim

Allâh, der Erhabene, sagt in der Sûrah Âli ^Imrân, Âyah 14:

﴿زُيِّنَ لِلنَّاسِ حُبُّ ٱلشَّهَوَٰتِ مِنَ ٱلنِّسَاءِ وَٱلبَنِينَ وَٱلقَنَٰطِيرِ ٱلمُقَنطَرَةِ مِنَ ٱلذَّهَبِ وَٱلفِضَّةِ وَٱلخَيلِ ٱلمُسَوَّمَةِ وَٱلأَنعَٰمِ وَٱلحَرثِ ذَٰلِكَ مَتَٰعُ ٱلحَيَوٰةِ ٱلدُّنيَا وَٱللَّهُ عِندَهُۥ حُسنُ ٱلمَ‍َابِ﴾

Diener Gottes, seid gottesfürchtig und lasst euch nicht durch diese Welt, ihre Gelüste und ihr Vermögen von den guten Taten ablenken. Die Belohnung im Jenseits ist gewiss besser als die Welt. Imâm Muslim überlieferte, dass der Gesandte Gottes ﷺ sagte:

إنَّ هذَا المالَ خَضِرَةٌ حُلْوَةٌ فَمَنْ أَخَذَهُ بِحَقِّهِ وَوَضَعَهُ في حَقِّهِ فَنِعْمَ المَعُونَةُ هُوَ وَمَنْ أَخَذَهُ بغيرِ حَقِّهِ كانَ كالذِي يَأْكُلُ وَلا يَشْبَعُ اهـ

Der Prophet ﷺ verglich das Vermögen aufgrund der Zuneigung vieler Menschen zum Vermögen und deren Habgier nach dem Vermögen mit reifen, süßen und leckeren Früchten, wozu an-Nafs neigt. Somit hat derjenige Nutzen für sich und seine Familie, der das Vermögen aus erlaubter Quelle erwirbt und es für Erlaubtes ausgibt. Er gibt es mit einer guten Absicht aus, um sich selbst zu schützen oder nutzt es für seine Ehefrau, seine Kinder, seine Eltern oder seine Verwandten. So ist dies eine großartige Gabe, die Allâh Seinem gläubigen Diener beschert. Das Vermögen, welches aus erlaubter Quelle erlangt wurde und für Gutes ausgegeben wurde, stellt einen Schutz für sein Jenseits dar, denn es wird Grund für Belohnung sein, welche ihm im Jenseits zukommen wird. Von diesem Vermögen trägt er sowohl auf der Welt als auch im Jenseits Nutzen. Wer sich jedoch zu Unrecht, d. h. aus verbotener Quelle, Vermögen aneignet, dieser findet keinen Segen darin. Er wird mit jenem verglichen, der isst, aber nicht satt wird. Auch wenn es viel Vermögen sein sollte, er findet keinen Segen darin und auf ihm lastet das Übel dessen am Tag des Jüngsten Gerichts. …