Die Nacht zum 15. Scha^bân

Allâh, der Erhabene, sagt in der Sûrah al-Hadjdj, Âyah 77:

﴿يَٰٓأَيُّهَا ٱلَّذِينَ ءَامَنُواْ ٱرۡكَعُواْ وَٱسۡجُدُواْۤ وَٱعۡبُدُواْ رَبَّكُمۡ وَٱفۡعَلُواْ ٱلۡخَيۡرَ لَعَلَّكُمۡ تُفۡلِحُونَ۩ ٧٧﴾

Die Bedeutung lautet: O ihr Gläubigen, verbeugt euch im Gebet und werft euch darin nieder und führt weitere Taten des Gottesgehorsams aus, auf dass ihr belohnt werdet.

Ibnu Mâdjah überlieferte, dass der geehrte Gefährte ^Aliyy erzählte, dass der Gesandte Gottes sagte:

إذَا كانَتْ ليلَةُ النِّصْفِ مِنْ شَعبانَ فَقُومُوا لَيلَها وصُومُوا نَهارَها

Die Bedeutung lautet: Wenn die 15. Nacht von Scha^bân eintritt, dann verbringt sie mit religiösen Handlungen und fastet den darauffolgenden Tag.

Brüder im Islam, jeder von uns sollte bestrebt sein, die Nacht zum 15. Scha^bân mit religiösen Handlungen zu verbringen und den darauffolgenden Tag zu fasten, auf dass Allâh uns vor dem Höllenfeuer verschont.

Der Muslim erlebt im Laufe des Lebens Zeiten, denen Allâh viele Besonderheiten gegeben hat, sodass derjenige, der die Zeiten nutzt, in großem Maß davon profitiert und derjenige, der sie vernachlässigt, sich viel Gutes entgehen lässt. Zu diesen Zeiten gehört die Qadr-Nacht, der ^Arafah-Tag und der Monat Ramadân und andere Anlässe, die der Gesandte Gottes ﷺ berichtet hat. …

Die Aufforderung zum Erlernen der Religionslehre und die Darlegung des individuellen Pflichtwissens

Diener Gottes, seid Gottesfürchtig, fürchtet Allâh, den Allwissenden und Allmächtigen, und haltet am Qur´ân fest. Allâhu Ta^âlâ sagt in der Sûrah al-Mudjâdilah, Âyah 11:

﴿يرْفَعِ اللهُ الَّذِينَ ءامَنُوا مِنْكُمْ وَالَّذِينَ أُوتُوا الْعِلْمَ دَرَجَاتٍ وَاللهُ بِمَا تَعْمَلُونَ خَبِيرٌ﴾

Die Bedeutung lautet: Allâh erhöht den Rang derjenigen Gläubigen unter euch, die sich das islamische Wissen angeeignet haben. Allâh ist wissend über eure Taten.

Brüder im Islam, Allâh hat den praktizierenden Gelehrten hohe Ränge gegeben und dies aufgrund der Besonderheit der Religionslehre, denn sie ist das Leben des Islam. Die islamische Religionslehre teilt sich in zwei Sparten auf: Die eine Sparte enthält den Teil der Religionslehre, den jeder einzelne Verantwortliche lernen muss, während es für die andere Sparte ausreicht, wenn ein Teil der Verantwortlichen diesen lernt. Die zweite Sparte ist das kollektive Pflichtwissen der islamischen Religionslehre; es ist unbedingt notwendig, dass ausreichend Muslime dieses Wissen gelernt haben. Was die erste Sparte betrifft, so ist sie das individuelle Pflichtwissen der islamischen Religionslehre und das, was der Gesandte Gottes meinte, als er ﷺ sagte:

طلب العلم فريضة على كل مسلم

Die Bedeutung lautet: Das Aneignen des individuellen Pflichtwissens der islamischen Religionslehre ist eine Pflicht für jeden Muslim und jede Muslimin. Der Hadîth wurde von al-Bayhaqiyy überliefert und von al-Hâfidh al-Mazziyy als Hasan eingestuft. …

Das Übel der Zunge

Bruder im Islam, dein Vermögen ist eine Gabe Gottes, so gebe es nicht für das aus, was Allâh nicht erlaubt hat. Und dein Körper ist eine Gabe Gottes, so benutze ihn nicht zum Sündigen Gott gegenüber. Deine Hand ist eine Gabe Gottes, so benutze sie nur für die Taten, die Allâh erlaubt hat. Dein Fuß ist eine Gabe Gottes, so führe damit keine Schritte aus, für die du die Strafe Gottes verdienen würdest. Dein Auge ist eine Gabe Gottes, so schaue damit nicht auf etwas, worauf Allâh verboten hat zu schauen. Dein Ohr ist eine Gabe Gottes, so höre damit nicht etwas an, was Allâh verboten hat anzuhören. Deine Zunge ist auch eine Gabe Gottes, so benutze sie nicht für das, was Allâh verboten hat zu sagen.

Bruder im Islam, sei gottesfürchtig und rechtschaffen und sündige nicht mit den Gaben, die Allâh dir bescherte, denn wenn du sündigst, dann bist du ungerecht und Allâh liebt die Ungerechten nicht, die zu sich selbst ungerecht sind, indem sie Gott gegenüber sündigen. …

Die Himmelfahrt (al-Mi^râdj)

Nachdem der Gesandte Gottes  ﷺals Vorbeter mit allen Propheten in der Aqsâ-Moschee betete, wurde er zum Himmel hinaufgeführt. Djibrîl wollte, dass das Tor des ersten Himmels geöffnet wird und wurde dann gefragt: „Wer bist du?” Er sagte: Djibrîl. Dann wurde er gefragt: „Wer ist mit dir?“ Er sagte: „Muhammad“. Darauf wurde er gefragt: „Ist es schon so weit, dass er zum Himmel herauf steigt?“ Der Engel Djibrîl sagte: „Es ist soweit.“

Der Gesandte Gottes sagte:

 

فَفُتِحَ لنَا فَإِذَا أَنَا بِآدَمَ فَرَحَّبَ بي ودعَا لِي بِخَيْرٍ ثُمَّ عُرِجَ بِنَا إلَى السّماءِ الثانيةِ فَاسْتَفْتَحَ جبريلُ فقيلَ مَنْ أَنْتَ قالَ جبريلُ قيلَ وَمَنْ مَعَكَ قالَ مُحمَّدٌ قيلَ وَقَدْ بُعِثَ إليهِ قالَ وقَدْ بُعِثَ إليهِ فَفُتِحَ لنا فإذَا أنَا بِابْنَيِ الخالَةِ عيسَى ابنِ مريمَ ويحيَى بنِ زَكَرِيَّاءَ فَرَحَّبا وَدَعَوَا لِي بِخَيْر

 

Die Bedeutung lautet: Dann wurde für uns geöffnet und ich traf auf den Propheten Âdam (zu dt. Adam). Er begrüßte mich und sprach ein Bittgebet für mich. Danach wurde ich zum zweiten Himmel hinaufgeführt. Djibrîl wollte, dass das Tor des zweiten Himmels geöffnet wird und wurde dann gefragt: Wer bist du? Er sagte: Djibrîl. Dann wurde er gefragt: Wer ist mit dir? Er sagte: Muhammad. Darauf wurde er gefragt: Ist es schon so weit, dass er zum Himmel herauf steigt? Der Engel Djibrîl sagte: Es ist soweit. Dann wurde für uns geöffnet und ich traf auf die beiden Vetter (mütterlicherseits) ^Îsâ (zu dt. Jesus), den Sohn von Maryam, und Yah (zu dt. Johannes), den Sohn von Zakariyyâ. Sie begrüßten mich und sprachen ein Bittgebet für mich.