Das Bessern der Herzen

Lob gebührt Allâh. Wir preisen Ihn, bitten Ihn um Unterstützung, Rechtleitung und Vergebung. Möge Allâh uns vor dem Begehen von Sünden beschützen. Ich bezeuge, dass es keinen Gott außer Allâh gibt, dem Einzigen, Der keinen Teilhaber hat und Dem nichts und niemand gleicht. Und ich bezeuge, dass Muhammad Diener und Gesandter Gottes ist. Er überbrachte die Botschaft und ermahnte die Gemeinschaft, möge Allâh ihn mehr als alle anderen Propheten belohnen. O Allâh, gebe dem Propheten Muhammad sowie seinen Âl und seinen Gefährten einen höheren Rang. Sodann, Diener Gottes, ich ermahne euch und mich zur Rechtschaffenheit. Allâh sagt in Sûrah al-Hadjdj, Âyah 46:

﴿أَفَلَمۡ يَسِيرُواْ فِي ٱلۡأَرۡضِ فَتَكُونَ لَهُمۡ قُلُوب يَعۡقِلُونَ بِهَآ أَوۡ ءَاذَان يَسۡمَعُونَ بِهَاۖ فَإِنَّهَا لَا تَعۡمَى ٱلۡأَبۡصَٰرُ وَلَٰكِن تَعۡمَى ٱلۡقُلُوبُ ٱلَّتِي فِي ٱلصُّدُورِ ٤٦

Die Bedeutung lautet: Sind sie denn nicht auf der Erde umhergereist und haben sie nicht Herzen, um zu begreifen, und Ohren, um zu hören? Wahrlich, es sind nicht ihre Augen, die blind geworden sind, sondern ihre Herzen in ihren Brüsten.

Brüder im Islam, wisst, dass das Herz der Befehlsgeber für die Körperglieder ist und das wichtigste innere Organ des Menschen darstellt. Ist das Herz eines Menschen gut, hat dies eine positive Auswirkung auf den gesamten Körper, d. h. auf alle seine Glieder: von den Ohren und Augen über den Mund und die Zunge bis hin zu den Händen, Füßen, dem Bauch und den Geschlechtsteilen. Die positiven Auswirkungen werden sich in diesen Organen zeigen. Ist das Herz hingegen schlecht, hat dies negative Auswirkungen auf den gesamten Körper, die sich in diesen Gliedern zeigen werden. Das bedeutet, dass die Handlungen der Körperglieder auf Befehl des Herzens geschehen. Wenn der Mensch etwas ausführen möchte, sei es Gutes oder Schlechtes, dann entsteht in seinem Herzen ein fester Entschluss. Daraufhin sendet das Herz einen Impuls bzw. einen Befehl an das entsprechende Körperteil. Danach führt das Körperteil die befohlene Handlung aus. Die ausgeführte Handlung ist dann eine Darstellung dessen, was im Herzen zustande gekommen ist.

Die Menschen sollten somit bestrebt sein, die Reinheit ihrer Herzen zu erlangen und ihre Herzen von den Sünden fernzuhalten und es vor den verheerenden, sündhaften Krankheiten des Herzens zu schützen, damit ihre Herzen sich Gutem zuwenden und vom Schlechten abwenden.

Zu den Krankheiten des Herzens gehört der Zweifel an der Existenz Gottes oder daran, dass Er allmächtig, gerecht oder allwissend ist; dies macht den Glauben des Menschen zunichte und führt aus dem Islam heraus.

Weitere Krankheiten des Herzens sind die Unaufrichtigkeit, d. h. Gutes zu tun, jedoch um das Lob der Menschen zu erlangen, also nicht einzig und allein für Allâh; wie auch der verbotene Hass, der verbotene Neid, das verbotene, schlechte Denken über die Diener Gottes und weitere Sünden, deren Erwähnung und Erläuterung viel Zeit in Anspruch nimmt. Sollte der Mensch sich selbst nicht von den Sünden fernhalten, so werden seine Sünden sich mehren und sein Herz wird dadurch dermaßen schwarz werden, dass die Ermahnungen keine Auswirkungen auf ihn haben und die Ratschläge in sein Herz nicht eindringen werden.

Wer Glückseligkeit ersehnt, sollte sich darin üben, geduldig und vergebungsbereit zu sein, anderen keinen Schaden zuzufügen, jeglichen Schaden von ihnen zu ertragen und allen, die ihn kennen oder nicht kennen, Freundlichkeit zu erweisen. All dies sollte er mit der Absicht tun, das Wohlgefallen Gottes zu erlangen und nicht, um weltliche Vorteile zu erlangen.

Es ist sehr wichtig, dass wir an der Besserung der Herzen festhalten, damit die Krankheiten, die sich in den Herzen vieler Menschen befinden, beendet werden. Viele dieser Menschen behaupten, dass sie andere bessern würden, wenn sie ihnen mittels ungerechter Beschimpfung oder Ähnlichem das Herz brechen und der Feindschaft, die sie in ihren Herzen hegen, Ausdruck verleihen. Einige dieser Menschen begründen ihr Verhalten mit der Aussage: „Ich bin kein Heuchler und auch kein Täuscher, sondern nur ehrlich, ich drücke nur das aus, was ich im Herzen habe, ganz gleich wie das Ergebnis sein sollte.“ Solche Menschen täuschen sich, denn es ist ihnen entgangen, dass nichts dagegen spricht, jemandem in freundlichem Ton einen Ratschlag zu erteilen; und dass man um denjenigen, der sündigt, trauern und bestrebt sein sollte, ihn zu retten, anstatt Schadenfreude zu verspüren. Es gibt einen großen Unterschied zwischen der Wahrhaftigkeit und dem schlechten Verhalten sowie zwischen der Redlichkeit und der Unverschämtheit.

At-Tirmidhiyy berichtete von ‘Anas, dass der Prophet ﷺ sehr sanftmütig war. Er konfrontierte jemanden sehr selten mit etwas, womit diese Person nicht gerne konfrontiert werden wollen würde, wie wenn die Person zwar keine verbotene Handlung begangen hatte, aber beispielsweise etwas getan hatte, wovon abgeraten wird. Selbst in diesem Fall versäumte es der Prophet nicht, die Person zu ermahnen, sondern tat dies eher allgemein oder wies andere an, sie zu ermahnen.

Wenn diese Menschen, die ich soeben beschrieben habe, dass sie angeblich lediglich wahrhaftig und redlich wären, bei einem mächtigen Menschen wären, wären sie dann auch rau und hätten ein hartes Herz oder würden sie doch bestrebt sein, sehr mild zu sein?

Ein intelligenter Mensch ist bestrebt, sein Verhalten und sein Herz zu bessern. Daher hat die Pflege des Herzens Vorrang vor den Handlungen der Glieder, denn die Absicht ist das Geheimnis der Handlungen und ihr Sitz ist das Herz. Durch die Absicht unterscheidet man zwischen Dingen, die man aus Gewohnheit tut, und Dingen, die man aus Gehorsam gegenüber Gott tut.

Dies dazu und ich bitte Allâh um Vergebung für euch und mich.

Die zweite Ansprache:

Lob gebührt Allâh. Wir preisen Ihn, bitten Ihn um Unterstützung, Rechtleitung und Vergebung. Möge Allâh uns vor dem Begehen von Sünden beschützen. As-Salâtu was-Salâmu für unseren geehrten Propheten Muhammad sowie für alle anderen Propheten.

Sodann, Diener Gottes, ich ermahne euch und mich zur Rechtschaffenheit.

Wisset, möge Allâh euch gnädig sein, dass Allâh, der Erhabene und Allmächtige, nichts verborgen ist. Zu den Dingen, vor denen gewarnt werden muss, gehört die Aussage einiger Menschen: „Allâh ist Zeuge dafür, dass ich dies nicht getan habe“, obwohl sie selbst wissen, dass sie es getan haben. Darin liegt eine Zuschreibung von Unwissenheit an Allâh, und das ist Unglaube. Wir suchen Zuflucht bei Allâh. Wer so etwas gesagt hat, muss zum Islam zurückkehren, indem er das Glaubensbekenntnis ausspricht.

O Allâh, wir bitten Dich, unser Bittgebet zu erfüllen, uns unsere Sünden und Fehler zu vergeben, uns zu den Rechtgeleiteten gehören zu lassen und nicht zu denjenigen, die in die Irre gegangen sind. O Allâh, wir bitten Dich, unsere Sorgen und unseren Kummer von uns zu nehmen und uns vor dem zu schützen, was wir befürchten.

Diener Gottes, Allâh fordert zur Gerechtigkeit, zu gutem Verhalten und zur Aufrechterhaltung der verwandtschaftlichen Beziehungen auf und Er verbietet die Schandtaten, das Schlechte und die Ungerechtigkeit. Dies ist eine Ermahnung, auf dass ihr nachdenken möget. Aqimi s-Salâh! (Sag die Iqâmah auf)