Lob gebührt Allâh. Wir preisen Ihn, bitten Ihn um Unterstützung, Rechtleitung und Vergebung. Möge Allâh uns vor dem Begehen von Sünden beschützen. Ich bezeuge, dass es keinen Gott außer Allâh gibt, dem Einzigen, Der keinen Teilhaber hat und Dem nichts und niemand gleicht. Und ich bezeuge, dass Muhammad Diener und Gesandter Gottes ist. Er überbrachte die Botschaft und ermahnte die Gemeinschaft, möge Allâh ihn mehr als alle anderen Propheten belohnen. O Allâh, gebe dem Propheten Muhammad sowie seinen Âl und seinen Gefährten einen höheren Rang. Sodann, Diener Gottes, ich ermahne euch und mich zur Rechtschaffenheit. Allâhu Ta^âlâ sagt in der Sûrah al-Hadjdj, Âyah 27:
﴿وَأَذِّن فِي ٱلنَّاسِ بِٱلۡحَجِّ يَأۡتُوكَ رِجَالا وَعَلَىٰ كُلِّ ضَامِر يَأۡتِينَ مِن كُلِّ فَجٍّ عَمِيق ٢٧﴾
Die Bedeutung lautet: … Und rufe die Menschen zur Pilgerfahrt auf. Sie werden zu Fuß und reitend aus allen fernen Gegenden zu dir kommen.
Liebe Brüder im Islam, viele Menschen haben begonnen, sich auf ihre Reise zu den segensreichen Stätten vorzubereiten, um dort eine großartige Pflicht zu verrichten, nämlich die Pilgerfahrt. Sicherlich gibt es Regeln, die bei der Durchführung der Pilgerfahrt beachtet werden müssen, damit die Pilgerfahrt islamisch-rechtlich gültig ist und von Allâh akzeptiert wird. Da die detaillierte Erläuterung dieser Regeln viel Zeit in Anspruch nehmen würde, möchte ich heute auf drei wichtige Angelegenheiten hinweisen.
Die erste Angelegenheit: Einige Menschen, die die Pilgerfahrt durchführen wollen, bereiten vor Reiseantritt vieles vor, wie z. B. Essen, Trinken, Medikamente, Kleidung, Hotelreservierung und vieles mehr, sodass der Eindruck entstehen könnte, dass sie sich auf eine Erholungsreise begeben würden und nicht die Pilgerfahrt durchführen wollten. Wenn man sich aber fragt, ob sie an das gedacht haben, was wichtiger ist, dann sind sie erstaunt und fragen: „Was gibt es denn noch?“ Die Antwort ist: „Das Erlernen der Regeln der Pilgerfahrt, damit ihr die Gewissheit habt, dass eure Pilgerfahrt gültig ist und ihr das erreicht habt, wofür ihr Geld, Zeit und Kraft investiert habt.“ Derjenige, der die Pilgerfahrt durchführen will, ohne die entsprechenden Regeln zu lernen, hat keine Gewissheit über die Gültigkeit seiner Verrichtung. So ergeht es dem Unwissenden, er möchte Gutes tun, jedoch stellt er Schlechtes an. Al-Bayhaqiyy überlieferte, dass Anas, Radiya l-Lâhu ^Anhu, erzählte, dass der Gesandte Gottes ﷺ sagte:
طلبُ العلمِ فريضةٌ على كلِّ مسلمٍ
Die Bedeutung lautet: Das Aneignen des individuellen Pflichtwissens der islamischen Religionslehre ist eine Pflicht für jeden Muslim und jede Muslimin.
Die zweite Angelegenheit: Allâh hat der Pilgerfahrt eine Besonderheit gegeben, die Er anderen religiösen Handlungen nicht gegeben hat, nämlich dass die großen und kleinen Sünden durch die Pilgerfahrt vergeben werden. Diesbezüglich überlieferte al-Bukhâriyy, dass Abû Hurayrah erzählte, dass der Gesandte Gottes ﷺ sagte:
مَنْ حَجَّ فلم يَرْفُثْ وَلَمْ يَفْسُقْ رَجَعَ كَيَوْمَ وَلدَتْهُ أُمُّهُ
Die Bedeutung lautet: Derjenige, der die Pilgerfahrt ausführt und weder Geschlechtsverkehr noch große Sünden begeht, der wird frei sein von Sünden wie am Tag seiner Geburt.
Diese Vergebung aber bedeutet nicht, dass die verletzten Rechte anderer durch die Pilgerfahrt wiedergutgemacht wären. Es ist für denjenigen, auf dem die Verletzung der Rechte anderer lastet, unbedingt notwendig, die verletzten Rechte wiedergutzumachen oder dass die verletzten Menschen ihm verzeihen, damit die Last von ihm abfällt, d. h. die Pilgerfahrt alleine befreit ihn davon nicht. Dasselbe betrifft unverrichtete Pflichten, die auf dem Pilger lasten, die Durchführung der Pilgerfahrt befreit ihn nicht von der Nachholung dieser Pflichten. Diesbezüglich überlieferte al-Bukhâriyy, dass Anas erzählte, dass der Gesandte Gottes ﷺ sagte (sinngemäß):
مَنْ نَسِيَ صَلاةً فَلْيُصَلِّ إذَا ذكَرَها لَا كَفَّارَةَ لَها إِلَّا ذَلِكَ
Die Bedeutung lautet: Wer ein Gebet vergisst, der soll es nachholen, wenn er sich daran erinnert, hierfür gibt es keine andere Wiedergutmachung.
Die dritte Angelegenheit: Vor einigen Jahren hat einer der angeblichen Salafiyyah den Vorschlag gemacht, die Bahnen für das Laufen zwischen den beiden Bergen zu verbreitern. Leider wurde dieser Vorschlag angenommen und umgesetzt, sodass der angebaute Teil außerhalb des gültigen Bereiches liegt. Das Erstaunliche ist, dass die angeblichen Salafiyyah, obwohl sie behaupten, dass sie die Neuerungen bekämpfen und jede Neuerung als Schlecht einstufen würden, selbst diese Neuerung eingeführt haben. Sie haben durch die Verbreiterung der Bahnen etwas erlaubt, das weder von Allâh noch von Seinem Gesandten erlaubt wurde noch irgendein anerkannter Gelehrter es für erlaubt erklärt hat. Muslim überlieferte, dass Djâbir, Radiya l-Lâhu ^Anhu, erzählte, dass der Gesandte Gottes ﷺ sagte:
لِتَأْخُذُوا مَنَاسِكَكُمْ فَإِنِّي لَا أَدْرِي لَعَلِّي لَا أَحُجُّ بعدَ حَجَّتِي هَذِهِ
Die Bedeutung lautet: Lernt von mir die Handlungen der Pilgerfahrt, denn ich weiß nicht, ob ich nach dieser Pilgerfahrt noch einmal pilgern werde.
Die Gelehrten der vier Rechtsschulen sind sich einig, dass das Laufen zwischen den beiden Bergen, jedoch außerhalb der vom Gesandten Gottes festgelegten Breite, keine Gültigkeit hat. Dies geht aus folgenden Werken hervor: „al-Minhah“ des hanafîtischen Gelehrten Ibn ^Âbidîn, „al-Madjmû^“ des schâfi^îtischen Gelehrten an-Nawawiyy, „ar-Rawdu l-Murbi^“ des hanbalîtischen Gelehrten al-Buhûtiyy, „Schifâ´u l-Gharâm“ des mâlikîtischen Gelehrten at-Taqiyyu l-Fâsiyy.
Seid vor dem Laufen auf der angesprochenen Verbreiterung gewarnt, denn es hat keine Gültigkeit; mehr als ein Gelehrter hat davor gewarnt, möge Allâh sie reichlich belohnen. Jeder der behauptet, dass das Laufen auf der Verbreiterung gültig wäre, soll wissen, dass er Millionen von Muslimen schadet und dafür zur Rechenschaft gezogen werden wird. Jeder Pilger, der das Laufen zwischen den beiden Bergen auf der Verbreiterung ausführt, bleibt im Ihrâm-Zustand bis zum Tod, so nehmt euch in Acht. Wer das Laufen ausführen will, der kann es im Untergeschoss ausführen oder das ganze Hin- und Herlaufen auf der Bahn ausführen, die für das Laufen von dem Berg al-Marwah zum Berg as-Safâ bestimmt ist.
Dies dazu und ich bitte Allâh um Vergebung für euch und mich.
Die zweite Ansprache:
Lob gebührt Allâh. Wir preisen Ihn, bitten Ihn um Unterstützung, Rechtleitung und Vergebung. Möge Allâh uns vor dem Begehen von Sünden beschützen. As-Salâtu was-Salâmu für unseren geehrten Propheten Muhammad sowie für alle anderen Propheten.
Sodann, Diener Gottes, ich ermahne euch und mich zur Rechtschaffenheit.
O Allâh, wir bitten Dich, unser Bittgebet zu erfüllen, uns unsere Sünden und Fehler zu vergeben, uns zu den Rechtgeleiteten gehören zu lassen und nicht zu denjenigen, die in die Irre gegangen sind. O Allâh, wir bitten Dich, unsere Sorgen und unseren Kummer von uns zu nehmen und uns vor dem zu schützen, was wir befürchten.
Diener Gottes, Allâh fordert zur Gerechtigkeit, zu gutem Verhalten und zur Aufrechterhaltung der verwandtschaftlichen Beziehungen auf und Er verbietet die Schandtaten, das Schlechte und die Ungerechtigkeit. Dies ist eine Ermahnung, auf dass ihr nachdenken möget. Aqimi s-Salâh! (Sag die Iqâmah auf)